2. Sicherheitstraining in Tübingen

sicherheitstraining2013#2Wie schon im letzten Jahr hat Axel das Sicherheitstraining organisiert. Das Wetter war vorbildlich, die Zahl der Teilnehmer gestiegen, wie leider auch der Pegel des Neckars. Bereits am Freitag reisten die ersten Teilnehmer an. Axel hatte sein Zelt schon am Bootshaus stehen und ich habe aus ästhetischen Beweggründen mein Boot daneben gelegt, für ein Foto. Eigentlich hatte ich es nur aus dem Bootshaus geholt um die Auftriebskörper reinzubinden. 
Axel hatte wegen des hohen Neckarpegels, der allerdings schon gut am sinken war, das Programm etwas umgestellt. Die ursprünglich für Sonntag vorgesehenen Kenter- und Wiedereinstiegsübungen fanden nun am Samstag statt. Wir hatten die Hoffnung, dass der Wasserstand soweit sinken würde, dass wir unterhalb des kleinen Blockwurfes dann am Sonntag mit diversen Booten Verklemmunfälle simulieren könnten. Zuerst fanden aber ein Austausch zum   Thema Rettungsmaterial und  anschliessend Wurfsackübungen auf dem Bootshausgelände statt.

Nach einer gemütlichen Mittagspause paddelten wir dann gekleidet in Neopren oder Trockenanzüge hinunter in die Stadt. Angelockt vom schönen Wetter waren unzählige Stocherkähne auf dem Linken Arm des Neckars unterwegs und wir absolvierten einen regelrechten Slalom zwischen ihnen hindurch. Gegenüber der Steinlachmündung vor der Jugendherberge von Tübingen fanden dann unsere Kenterübungen statt. Es wurden verschiedene Techniken angewandt und ausprobiert um die Boote erstens wieder leer zu bekommen und zweitens wieder einzusteigen. Mit den Tandembooten klappte es zum Beispiel sehr gut via Capistrano Flip das Boot zu entleeren und dann der Wechselseitige Wiedereinstieg, wobei der Tandempartner natürlich durch entsprechende Gewichtsverlagerung dafür sorgen musste, dass das Boot nicht wieder umkippte.

sicherheitstraining2013#1Ich war im Soloboot unterwegs und versuchte ebenfalls das Boot zuerst mittels Capistrano Flipp zu entleeren, was mir jedoch nicht gelang. Ich versuchte es darauf per „Ausschütteln“, also einer ruckartigen Bewegung des Bootes zu Seite hin, verursacht dadurch das ich rechtwinklig zum Boot schwamm und mit beiden Händen das Boot kräftig von mir weg stieß und gleichzeitig den mir zugewandten Süllrand nach unten drückte.
Das Wasser schwappt auf diese Art auf der einen Seite aus dem Boot, durch die kräftige Seitwärtsbewegung und das leichte Aufkanten bekommt es etwas Auftrieb. Am Anfang geht das langsam und man hat erst ein mal das Gefühl es klappt nicht. Wenn man aber durchhält ist das Boot tatsächlich innerhalb 30 Sekunden leer. Den Wiedereinstieg alleine habe ich gar nicht erst probiert, da mich mein in Schweden verletzter Fuss immer noch beeinträchtigt. Ich ließ mir von Theo helfen der auf einer Seite einfach den Süllrand festhielt, während ich auf den anderen Seite ins Boot kletterte. Das mit dem Ausschütteln geht vermutlich nicht mit jeder Bootsform gleich gut, aber mein Gerrish scheint das schon geeignet zu sein. Mit einem Boot mit Tumblehome geht es vermutlich überhaupt nicht.

Nach dem dann alle Boote gewässert und wir gut gebadet waren machten wir uns gemeinsam auf den Weg zurück, gegen den Strom zum Bootshaus, um nach einer ausgedehnten Pause und nun wieder trocken, erneut in die Stadt hinunter zu paddeln, diesmal in den Biergarten.

sicherheitstraining2013#3Am Sonntag stand nach dem Frühstück erst mal wieder Technik auf dem Programm. Wolfgang, der als Baumpfleger arbeitet und daher sehr viel Ahnung von Seilen, Knoten, Karabiner und Rollen hat, hatte ein sehr ansehnliches Repertoire an Material dabei und stellte dies vor. Mich beeindruckte vor allem, der Karabiner mit der kleinen integrierten Rolle, da damit der Platzverbrauch der Sicherheitsausrüstung sehr reduziert werden kann. Wolfgang erläuterte auch noch ein mal den Aufbau des Flaschenzuges und zeigte Knoten wie Palsteg oder den Doppelten Spierenstich, für diejenigen die sie noch nicht kannten, oder vergessen hatten wie sie gehen.

sicherheitstraining2013#5Als dann die Sonne anfing uns zu wärmen machten wir uns auf den Weg zur Blockwurfschwelle um Schiffchenversenken zu spielen. Dies zeigte sich jedoch als recht schwierig da die Steine an denen die Boote verklemmen sollten teilweise zu stark überspült waren. Es klappte jedoch ein paar mal und wir versuchten auf unterschiedliche Heran-gehensweisen die Boote zu bergen. Es wurde auch gewatet, alleine und in Gruppen und auch die Wurfsäcke wurden benötigt, denn bei diesem Wasserstand zu Fuss den Fluss zu überqueren war doch schwieriger als erwartet. Es zeigte sich auch, dass das Wurfsackwerfen unter „Laborbedingungen“ etwas anderes ist, als in freier Wildbahn.
Allen waren sich einig, das muss mehr geübt werden.

Auf Axels Paddelblog gibt es natürlich auch einen Bericht, er war wie immer schneller als ich. 🙂

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