3. Sicherheitstreffen in Tübingen

Axel hatte zum 3. Sicherheitstreffen in Tübingen geladen. Das ist kein Kurs mit festem vorgeschriebenen Programm, sondern ein Erfahrungsaustausch von dem möglichst alle Teilnehmer profitieren sollen. Ich hatte schon am ersten und am zweiten Treffen teilgenommen. In der Woche vor der Veranstaltung wollten wir eigentlich noch ein paar Vorbereitungen treffen, jedoch meldete Axel, dass er krank sei und er befürchtete, dass ganze Wochenende auszufallen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAWolfgang und ich erklärten uns bereit, dass Wochenende zu übernehmen, falls er nicht fit sein würde, teilnehmen wollten wir allemal. Einige Teilnehmer hatten sich schon für Freitag Abend angekündigt und so fuhr ich gegen 16.00 Uhr zum Bootshaus und baute mein Zelt auf und stellte meinen neu (gebraucht) angeschafften Zeltofen hinein. Nach und nach trudelten immer mehr Teilnehmer ein. Es wurde ein Feuer gemacht und da auch das normale Freitagstraining im Gange war, gegen später in großer Gruppe gegrillt. Ich verabschiedete mich gegen 20.00 Uhr, denn ich wollte erst von Samstag auf Sonntag im Zelt übernachten. Am Samstag war ich gegen 8.00 Uhr wieder am Bootshaus. Die restlichen Teilnehmer kamen an und so um zehn machten wir eine kleine Vorstellungsrunde. Das schöne an dieser Veranstaltung ist, dass immer Leute mit viel und vor allem oft sehr unterschiedlicher Erfahrung, aber auch manche mit wenig Erfahrung dabei sind. Wie schon in OLYMPUS DIGITAL CAMERAder Vergangenheit war die Stimmung entspannt und ziemlich heiter, das konnte auch das Wetter, das nicht zu prächtig werden sollte nicht verhindern. Nach der Vorstellung packten alle ihre Gegenstände, die sie zum Thema Sicherheit aufbieten konnten auf einen großen Tisch und stellten das Material vor. Wolfgang hatte eine große Sammlung an unterschiedlichen Karabiner, Seilschlingen, und Rollen mitgebracht und die möglichen Einsatzzwecke wurden erläutert und diskutiert. Auch verschiedene Schwimmwesten und Wurfsäcke wurden unter die Lupe genommen. Da auch Kanuten dabei waren, die zwar im Besitz eines Wurfsackes waren, diesen aber noch nicht eingesetzt hatten machten wir noch ein paar Trockenübungen auf der feuchten Wiese. Danach ging es auf Wasser. Unser Zeitplan sah vor, am Samstag am Blockwurf  das Bergen von Material und das Retten von Schwimmern mittels Wurfsack zu üben. Momentan ist das Kraftwerk wieder abgestellt und alles Wasser fließt durch das alte Flussbett. Das sorgte für ordentlich Strömung. Ich hatte auch die Stakstange OLYMPUS DIGITAL CAMERAdabei und überwand die untere Stufe im stehen. Da ich einer der ersten war, nutze ich die Zeit und überhob die den Blockwurf um ihn gleich darauf wieder hinunter zu fahren. Danach packte ich meine selbst gebastelte Treidelleine aus und treidelte mit Michael zusammen das Boot wieder nach oben. Als Wolfgang ankam nahmen wir dann zusammen mit Eckhard die Vorbereitungen vor, um Axels Boot, was er uns zur Verfügung gestellt hatte, zu versenken. Nach dem wir das Boot vor ein paar Steinen festgesetzt hatten OLYMPUS DIGITAL CAMERAtrommelten wir alle zusammen um zu beratschlagen wie wir das Boot wieder flott bekommen würden. Nach einigem hin und her entschieden wir uns einen Flaschenzug aufzubauen und zwar von der anderen Seite des Flusses. Das war natürlich etwas überdimensioniert, das Boot hätte auch leicht anders befreit werden können. Aber dieses Szenario bot sich für eine integrierte Übung an. Erst wurden zwei Wurfsäcke an einander gehängt, der eine am Boot befestigt. Wolfgang nahm dann die Wurfsäcke mit auf die andere OLYMPUS DIGITAL CAMERASeite des Neckars. Für die anderen Teilnehmer galt es dann auch den Fluss zu queren, was für manche schon etwas abenteuerlich war. Ich blieb mit Charly und Eckhard beim Boot, während alle anderen den Fluss überquerten um beim Aufbau des Flaschenzuges zu zusehen oder mit zu helfen. Wie schon im letzten Jahr bogen sich die Duchten im versenkten Boot, bedingt durch den Wasserdruck, der die Sitzblöcke verschob, erheblich durch. An einer der Duchten war auch der Wurfsack mittels zwei Bandschlingen angehängt. Der erste Versuch das Boot weg zuziehen war nicht erfolgreich und auf der anderen Seite wurde der Flaschenzug nach justiert. Beim zweiten Anziehen setzte sich das Boot in Bewegung, wurde aber, da der Flaschenzug oben am Süllrand angebracht war noch mehr unter Wasser gezogen. Der Druck auf das Boot wurde enorm. Als das Boot die Mitte des Flusses erreicht brach die erste Ducht, es war die unter der der Sitzblock befestigt war. Kurz OLYMPUS DIGITAL CAMERAdarauf brach die Zweite, an der der Wurfsack angehängt war. Das Boot befand sich jetzt auf der andern Flusseite in einem Kehrwasser. Ich querte den Fluss ebenfalls, erreichte zusammen mit Michael das Boot. Wir befreiten es vom Wurfsack, leerten es und legten es am Ufer ab. Vom Boote bergen hatten wir fürs erste genug. Mittlerweile war ein Gewitter im Anmarsch und wir überlegten die Aktion ab zu brechen. Nach ein paar Minuten Regenschauer schien es aber so, als ob das Gewitter vorbei gezogen war. Wir beschäftigten uns OLYMPUS DIGITAL CAMERAmit Wurfsack werfen, wobei immer ein Schwimmer zu retten war. Zu Beginn gab es öfter ein Bisschen Chaos, da oft mehrere Wurfsäcke gleichzeitig geworfen wurden. Als wir uns besser absprachen und eine Reihenfolge festlegten wer zu welchem Zeitpunkt werfen sollte, wurde es besser. Für einige war es das erste mal dass sie an einem Wurfsack hingen, sowohl auf der einen, als auch auf der andern Seite. Zum Schluss wollten Sabine und Charly noch mit meinem Prospektor fahren, da sie auf der Suche nach einem neuen WurfsackBoot sind. Ich stieg um in ihren Kookaburra, der von den Maßen meinem Guide nicht unähnlich ist. Ich turnte erst ein Bisschen in den Wellen herum und nahm dann die Stange zur Hand. Ich stakte ein paar mal die untere Stufe hinauf und fuhr auch ein paar Kehrwasser Manöver. Langsam verabschiedeten sich einzelne und auch ich trollte mich und fuhr zurück zum Bootshaus. Nach dem ich mich umgezogen hatte, setzte ich mich aufs Rad und machte einen Besuch zu Hause. Dort lud ich den nassen Neo ab, morgen würde ich den Trockenanzug nutzen. Auf dem Rückweg zum Bootshaus begleitete mich Lorenz. Zusammen feuerten wir dann meinen neuen (gebrauchten) Zeltofen an. Er heizt tadellos! Das große Feuer wurde auch wieder entfacht und allerhand Grillgut wanderte auf den Rost. Gegen elf verkroch ich mich in meinen Schlafsack. Nachts wurde ich einige Male aufgeschreckt, weil Kastanien auf mein Zelt oder in mein Boot, was daneben lag, fielen. Gegen sieben war ich dann richtig wach, Axel hatte sich per SMS gemeldet, er würde nicht vorbei kommen können. Er hätte gerne den Brötchendienst übernommen, war aber zu krank um das Haus zu verlassen. Den Brötchendienst hatte Lorenz übernommen, pünktlich um 9.00 Uhr kam er mit einer Riesentüte vom Bäcker. Nach ausgiebigem Frühstück machten wir uns dann auf den Weg den Neckar hinunter, um auf der Staustrecke vor dem Stadtwehr Kenter- und Wiedereinstiegsübungen zu machen.

Ich hatte mich zwar auch für ins Wasser angezogen, zog es aber vor nicht zu Kentern, da ich tags zuvor etwas kalt geworden war und ich mich nicht so fit fühlte. Ich verlegte mich auf Anleiten der Boot-über-Boot-Bergung und Hilfe beim Wiedereinstieg. Es wurde eifrig gekentert, Boote geflippt, umgedreht und wiedereingestiegen. FlipEs wurden verschieden Techniken mit Packsäcken als Hilfsmittel, zuerst mit Luft gefüllt als zusätzlichen Auftrieb beim Ausleeren oder dem Capistranoflip, danach gefüllt mit Wasser als Gegengewicht beim Wiedereinstieg, für Solopaddler geübt. Nach ca. zwei einhalb Stunden machten sich die ersten auf den Rückweg. Gegen 14.00 Uhr waren alle wohlbehalten zurück auf dem Gelände der Paddelfreunde. Nach einer Feedback-Runde musste Wolfgang noch Stefans Bussle vom Gelände schleppen, der anhaltende Regen hatte die Wiese aufgeweicht und er hatte Schwierigkeiten weg zu kommen. Ich hockte mich abermals auf Rad, fuhr nach Hause um unser Auto zu holen. Ich hütete mich aber davor aufs Gelände zu fahren und trug meine Sachen lieber zur Strasse. Nach allgemeinem Verabschieden machte ich mich auf den Weg nach Hause.

Auf Axels Paddelblog gibt es auch ein kleines Filmchen, welches Klemens am Sonntagmorgen gemacht hat.

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