Bodenseeeisfahrt 2015

IMG_0356So wie schon 2012 hatten wir dieses Jahr den Plan, die Bodenseeeisfahrt auf zwei Tage zu verteilen. Der Plan sah vor, am Samstag mit dem Auto nach Iznang zu fahren, es dort stehen zu lassen, nach Konstanz zu paddeln und am Sonntag, im Rahmen der offiziellen Eisfahrt wieder nach Iznang zu paddeln. Anders als vor drei Jahren wollten wir die Fahrt allerdings mit vollem Tourengepäck unternehmen und außerdem wollten Lorenz und ich nicht alleine fahren sondern hatten Sabine und Charly dafür gewinnen können, uns zu begleiten. Damit das mit dem Gepäck nicht zu viel werden würde, hatten wir beschlossen zu viert im Tipi zu nächtigen. Damit es auch schön gemütlich würde hatten wir allerdings auch beschlossen den Zeltofen mit zu nehmen. Aber verteilt auf unsere zwei Prospectoren war es ganz erträglich und die Boote blieben gut zu manövrieren. Wir hatten abgemacht, uns um 9.30 Uhr am Bootshaus zutreffen, nach Iznang zu fahren und dann so gegen 13.00 Uhr dort zu starten. Bei einer Fahrtzeit von ca. drei Stunden und einer Pause, müssten wir dann vor Einbruch der Dunkelheit beim Kanu-Club in Konstanz ankommen. Eine Uhr hatte ich keine mitgenommen und das Handy hatte ich dann auch irgendwann eingepackt, aber unser Plan passte perfekt. Die Wettervorhersage passte auch, L1110576Wind in Böen bis Stärke vier, Regen, Sonne, Graupelschauer und Schnee, das ganze bei sinkenden Themperaturen. Wir hatten alles, nur Sonne hätte es etwas mehr sein können. Das angenehme am Wind war, er kam meist von hinten, wir hatten sogar hin und wieder die Möglichkeit mit dem Schirm zu segeln. Bis hinauf nach Ermatingen kamen wir gut voran, ab dann zog es sich, bedingt durch die ab dort vorhandene  Gegenströmung etwas hin, bis wir wie geplant vor der Dämmerung in Konstanz anlegten. Bis wir dann die Boote und das Gepäck an Ort und Stelle hatten, wurde es dann doch langsam dunkel und es fing wie schon öfter an diesem Tag an zu regen. Also fix ein Tarp aufgespannt und das Tipi aufgestellt. Nicht mal nach einer halben Stunde nach unserer Ankuft prasselte ein munteres Feuer in unserem Ofen.

Nachdem wir dann unseren Kram etwas geordnet und ins Zelt geräumt hatten, machten wir uns ans Kochen, Sabine hatte Chilli vorbereitet, zur Feier des Tages, denn schließlich hatte Charly heute Geburtstag. Kurz kam noch Besuch vorbei, die verdaddelte Einladung zum Abendessen wird nachgeholt. Lange hielten wir es heute nicht aus, bald schon verkrümelten wir uns in unsere Schlafsäcke. Nachts frischte der Wind auf und es regnete hin und wieder. Wie meist schlief ich nicht besonders gut, wenn ich in Konstanz am Bootshaus zelte, es ist mir dort meist zu laut.

IMG_0366Am nächsten Morgen stand ich gegen halb sieben auf. Lorenz und Sabine auch, sie gingen erst mal duschen, ich machte Feuer und Charly blieb in seinem Schlafsack, schließlich hatte er ja gestern Geburtstag. Zum Frühstück gab es dann unter anderem Rührei. Irgendwann fingen wir dann an unsere Sachen zu packen und rund eine halbe Stunde vor dem Start der Eisfahrt waren wir bereits abfahrtbereit. Wie dann am Nachmittag in Iznang berichtet wurde, waren 183 Teilnehmer dabei, sehr viele Kajaks, eine überschaubare Anzahl Kanadier und ein Drachenboot, mit dem Lorenz und ich erst einen Schaukampf lieferten, als es uns überholte. Wir schoben den Grund, dass wir keine Chance hatten natürlich auf unser vieles Gepäck, was erst natürlich für Gelächter aus dem Drachenboot sorgte und dafür, dass wir längsseits kommen durften und zwei unsere Packsäcke umladen konnten.  Wir hatten auch mit leichterem Boot das Nachsehen. P1010404Diese Aktionen hatten sich noch im Bereich des Seerhein, oberhalb von Ermatingen abgespielt und je mehr sich der See weitete, desto kräftiger blies der Wind. Anfangs hatten wir noch hin und wieder Schneeregenschauer, die zum Glück bald aufhörten. Anders als gestern liefen die Leuchtfeuer der Sturmwarnung nicht und so beschlossen wir südlich der Insel Reichenau zu bleiben. Die Alternative für stärkeren Wind wäre gewesen, zunächst im Windschatten auf P1010418der Nordseite der Insel zu fahren. Diese Entscheidung war weise, denn während unserer Fahrt drehte der Wind leicht, auf  West-Nordwest und die Abdeckung der Reichnau hätte uns gar nichts gebracht. So kämpften wir uns tapfer Gegen den Wind bis zur Schiffslände Reichenau und machten dort eine kleine Pause. Lorenz der mittlerweile ziemlich kalte Finger hatte, bekam von Marion trockene Handschuhe geliehen und konnte so den Rest der Strecke gut bewältigen. P1010412Ich hatte eigentlich darauf spekuliert, dass wir nach der Querung von der Reichenau hinüber zur Höri etwas in den Windschatten des Schienerbergs zu kommen, da der Wind aber ja etwas gedreht hatte, ging mein Wunsch nicht in Erfüllung und wir hatten eigentlich die gesamte Strecke Gegenwind. Aber ich habe die Fahrt sehr genossen, immer wieder blitzte die Sonne durch die Wolken und die angestrahlten Hegauberge boten eine herrliche Kulisse.

Müde aber bei bester Laune fuhren wir dann irgendwann am Strandbad Iznang, das direkt neben dem Gelände des Kanu-Club Singen liegt, auf den Kiesstrand. Wir schleppten unsere umfangreiche Ausrüstung zum Auto und ich machte mich auf die Schuche nach den, ins Drachenboot umgeladenen Packsäcken. (Vielen Dank an dieser Stelle für den Support). P1010424Nachdem wir dann umgezogen waren, die Boote aufgeladen und das Gepäck verladen hatten, suchten wir noch das schön geheizte Bootshaus des Kanu-Club Singen auf, tranken Kaffee, wärmten uns auf und unterhielten uns prächtig. Als wir dann aufbrachen gab die Sonne noch mal alles. Gegen 18.00 Uhr waren wir dann wieder in Tübingen. Um 20.00 Uhr hatte ich dann das Zelt und das Tarp zum Trocknen aufgehängt, eine Maschine Wäsche aufgestellt, fast alle Ausrüstung aufgeräumt und geduscht. 🙂

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