Entzugserscheinungen

Als es heute Nachmittag nach Regen aussah und der Wind etwas auffrischte, machte ich mich auf den Weg zum Bootshaus. Ich war schon seit Mittwoch nicht mehr auf dem Wasser und wurde langsam kribbelig. Ausserdem dachte ich, ich hätte bei dieser Witterung den Neckar für mich alleine. Dachte ich, – Pustekuchen. Horden von Stocherkähnen waren unterwegs. Es waren bestimmt mehr Kähne auf dem Wasser, als uns die letzten zwei Wochen auf der Elbe begegnet waren. OK, das ist leicht übertrieben. Aber das Schlimmste war, dass die Kähne von singenden Touristen besetzt waren, die sich allem Anschein nach das Wetter schön getrunken hatten. Ich mogelte mich durch so gut es ging, ignorierte dümmliche Kommentare und schaute, dass ich auf die offene Wasserfläche vor dem Stadtwehr kam.

Dort tauschte ich meinen Flies gegen die Regenjacke und begab mich auf den Rückweg. Zuerst wollte ich noch ein Stück in die Steinlach hinein, da dort aber einige Schwäne Schutz gesucht hatten, drehte ich nach den herunterhängenden Ästen der großen Platane wieder um. Hätte ich die Schwäne gestört oder verscheucht, hätte es sicher noch mehr blödsinnige Äusserungen gegeben. So blieb ich tapfer und kämpfte mich zwischen den Kähnen durch. Im tieferen der beiden Neckararme wurde es dann ruhiger, einige hatten doch den Regen gescheut. Andere hingen unter den Brücken rum und sangen dort. Vielleicht war ich nur zu lange weg, aber es ging mir erheblich auf den Wecker. Oberhalb der großen Straßenbrücke hatte ich den Neckar dann wirklich für mich alleine, ich hätte gleich nach oben fahren sollen.

Paddel

Da ich jetzt ja wieder einmal ein neues Paddel habe, bin ich mal hingegangen und habe die Paddel, die ich am häufigsten nutze gewogen und ausgemessen.

Paddel

Von oben nach unten:

Wanderer 650g, Gesamtlänge: 154 cm, Blattlänge: 70 cm, Schaftlänge: 84 cm
Ottertail 550g, 155 cm, Blattlänge: 70 cm, Schaftlänge: 85 cm
Guide-Paddel 1050g, Gesamtlänge: 177 cm, Blattlänge: 70 cm, Schaftlänge: 107 cm
Royal 600g, Gesamtlänge: 145cm, Blattlänge: 60 cm, Schaftlänge: 85 cm
Neues Paddel 750g, Gesamtlänge: 150 cm, Blattlänge: 60 cm, Schaftlänge: 90 cm
Nothwood 790g, Gesamtlänge: 164 cm, Blattlänge: 75 cm, Schaftlänge: 89 cm

Diese Paddel sind alle von André Rießler von HolzStoff.

 

Begegnung mit Drachen

Gegen 18.30 Uhr fuhr ich zum Bootshaus. Eigentlich wollten wir zu dritt eine Runde in die Stadt hinunter paddeln und beim Neckarmüller einkehren. Ausser Axel und mir sollte noch Michael, der letzten Herbst schon ein mal mit uns Paddeln war, mit von der Partie sein. Allerdings kam er nicht und so machten wir uns kurz vor Sieben ohne ihn auf den Weg. OLYMPUS DIGITAL CAMERAKurz vor der Neckarbrücke, auf der Höhe des Hölderlinturms, kam uns das Tübinger Drachenboot entgegen, dieses mal sogar mit Kopf und Schwanz. Es ist ein kleiner Drache, also für maximal 10 Kanutinnen und wird von der Universitätsklinik zur Reha für Brustkrebspatientinnen eingesetzt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWir paddelten hinunter Richtung Stadtwehr und bogen aber noch in die Steinlachmündung ab. Die Steinlach har allerdings so gut wie kein Wasser. Fast blieben wir auf dem Absatz unter der ersten Brücke, auf dem Tübingens berühmtestes Bleshuhn brütet, hängen. Wir setzten aber erfolgreich die Polingstangen ein und kamen wie gewohnt bis zum Steinverhau unter der Radfahrerbrücke. Wir stocherten zurück in den Neckar und paddelten dort dann im südlichen Neckararm hinauf bis zum Ende der Neckarinsel. Dort wurde OLYMPUS DIGITAL CAMERAes dann wieder so flach, dass wir wieder die Stangen einsetzten konnten. Als wir am Anleger ankamen saß dort Michael, der uns ganz knapp verpasst hatte. Wir ratschten ein wenig und verabredeten im Laufe des Sommers, einen weiteren Versuch des gemeinsamen Paddelns zu unternehmen.

Viele Kähne, kreuz und quer

Heute fand in in Tübingen das traditionelle Stochekahnrennen statt. Dabei geht es darum, die Neckarinsel so schnell wie möglich zu umrunden. Die Mannschaften dürfen abgesehen vom Stocherer nur mit den Händen paddeln. Als besondere Schwierigkeit kommt dazu, dass die Kähne als durch das „Nadelöhr“ zwischen der Neckarbrücke und der Neckarinsel müssen und das zwei maOLYMPUS DIGITAL CAMERAl. Ich war lose mit Axel am Bootshaus verabredet, kam aber etwas zu spät. Als ich aufs Wasser kam erfolgte gerade der Start, unterhalb vom Bootshaus. Ich trödelte dann den letzten hinterher. Sie hatten einigermaßen Mühe Kurs zu halten. Immer wieder fuhren sie mit dem Bug rechts oder links in die Böschung, mussten dann erst wieder rückwärts um den Kahn wieder gerade auszurichten. Weiter vorne sah es nicht viel besser aus, ein heilloses durcheinander von Kähnen, Stangen und Menschen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAMitten im Neckar steckte eine abgebrochene Stange. Die Zuschauer am Ufer und auf den Brücken waren begeistert ob der Kämpfe die sich dort geliefert wurden. Es war auch vermutlich eine Menge Alkohol im Spiel, als direkt vor mir ein Stocherer ohne ersichtlichen Grund hinten vom Kahn fiel. Seine Mitstreiter paddelten zunächst weiter ohne ihn zu beachten. Als sie merkten, dass er nicht nachkam fingen sie an ihn anzufeuern, er solle schneller Schwimmen. Schliesslich sprang ein weiterer in Wasser und versuchte zu helfen. Ich amüsierte mich königlich und überlies sie ihrem Schicksal. Ich mogelte mich an den hinteren Teilnehmern vorbei und umrundete die OLYMPUS DIGITAL CAMERAInsel. Unterhalb der Brücke sah ich Axels Prospector, jedoch saß er nicht selbst drin, er hatte ihn an seine Nichten verliehen. Ich traf auf den Kahn, dessen Stange ich offensichtlich zuvor im Fluss habe stecken sehen. Seine Insassen waren nur noch per Hand unterwegs. Sie pendelten von einer Seite zur anderen und ich hatte Mühe an ihnen vorbei zu kommen. Am oberen Ende der Insel war dann das Ziel. Von den Schnellsten hatte ich ja nichts gesehen, aber als ich mich durch die ganzen Kähne drängelte traf ich dann auch Axel, der mit Claudius und Martin im Zielbereich trieb. Ich ging längsseits und wir warteten eine Weile darauf, dass die Siegerehrung erfolgte. Besser gesagt warteten wir darauf, dass die Verlierer jeder einen halben Liter Lebertran austrinken würden, den das ist der Lohn für das letzte Team. Leider konnten wir diese Darbietung vom Wasser aus aber nicht verfolgen und so verkrümelten wir uns, während die k-P1050759Teilnehmer weiter hopfenhaltige Kaltgetränke zu sich nahmen.
Axel war etwas voraus gepaddelt und fotografierte mich kurz bevor ich am Anleger war. Passend zum heutigen Großereignis legte ich die letzten Meter im Stehen zurück. Aber mit den Händen habe ich nicht gepaddelt.

Viele Boote, lange Boote, schnelle Boote …

aber fast nur Kajaks und Surf Skis, sah ich gestern beim 20. Bodensee-Kanu-Marathon. Nein ichL1100152 habe nicht teilgenommen, sondern saß wieder einmal im Kampfgericht, hielt vom Start- und Zielturm Ausschau nach Startnummern, sortierte Zeiten, brachte alles durcheinander und sortierte wieder, druckte Urkunden und schrieb nebenher noch was auf die Website. Das alles in einem Team, dass sich seit Jahren kennt und immer besser harmoniert. Allein die letzte Stunde vor der Preisverleihung ist immer sehr hektisch, das war auch diesmal wieder so. Wir hatten um ständiges Nachfragen zu verhindern eine vorläufige Liste ausgehängt, die, wie sollte es auch anders sein, nicht vollständig war und auch den einen oder anderen Fehler beinhaltete. Das hatte natürlich nicht den gewünschten Effekt, aber die Leute hatten Verständnis, im großen und ganzen. Immerhin hatten wir von den 252 Teilnehmern in 212 Booten die Zeiten zuzuordnen, die Teilnehmer in Klassen einzuteilen, was immer wieder zu den selben Diskussionen führt. Aber wir werden jedes Jahr besser.

Die Stechpaddelfraktion war nicht sehr gut vertreten, immerhin stellte sie mit zwei Sechser-Outrigger-Canoes die größten Boote. Es waren auch Einer Outrigger unterwegs, ein Solo-Canadier auf der Halbmarathonstrecke und zwei Tandemboote. Das eine der beiden Tandem-Teams fuhr die Marathonstrecke in einer Zeit von 04:23:29 Stunden. Eher unter Exoten war ein SUP-Fahrer unterwegs, auch auf der 42 km Strecke, er benötigte 05:11:35 Stunden.  Den ausgefallensten Zieleinlauf absolvierte ein Jugendlicher, der kurz vor der Ziellinie kenterte und diese dann, sein Boot ziehend, schwimmend überquerte. Geschwommen ist auch eine Mannschaft der Sechster-Outrigger. Das muss man erst einmal hinbekommen, ein Boot, das fürs Surfen in Brandungswellen konstruiert ist, auf dem Bodensee bei sehr moderaten Bedingungen umzuschmeißen.
Hier noch ein Film vom Start.

Start zum Bodensee-Kanu-Marathon 2014 from Matthias Zürcher on Vimeo.

Lange und kurze Boote

OLYMPUS DIGITAL CAMERAGestern ist nach langer Zeit Lorenz mal wieder mit mir paddeln gegangen. Um der großen Hitze auszuweichen haben wir uns bereistem 9.00 Uhr mit Axel getroffen. Im Schatten der Platanen auf der Neckarinsel ging es hinunter Richtung Stadt. Der Neckar war spiegelglatt und ausser uns noch kaum andere Wasserfahrzeuge unterwegs. Wir fuhren hinunter bis zum Stadtwehr, hier machte sich, auf der großen offenen Wasserfläche, bereits die Hitze wieder bemerkbar. Selbst dem neurotischen Stadtwehrschwan, der einen sonst immer k-P1050496xsofort attackiert, war es zu mühsam in die Gänge zu kommen. Wir fuhren noch beim Stocherkahn der Paddelfreunde vorbei und Axel inspizierte die im Frühjahr durchgeführten Ausbesserungsarbeiten. Gegen 10.00 Uhr waren wir zurück am Bootshaus. Wir versorgten unsere Boote verabschiedeten uns und verabredeten uns für den späten Nachmittag zu einer zweiten Trainingseinheit.

Gegen 17.00 Uhr fuhr ich dann wieder zum Bootshaus. Diesmal nahm ich den Quake, einen der kürzesten Canadier den es im Bootshaus der Paddelfreunde gibt. Das war natürlich erst mal ein ziemliches Geeiere. Das Boot hat einen flachen Boden und dreht sich wie ein Kreisel. Aber ich kam dann doch relativ schnell zurecht und fuhr zusammen mit Klemens Richtung Krafwerkskanal.P1050513 Anita war schon vorgefahren, nicht im Kajak, sondern in Klemens´Podigy. Ich war also nicht alleine in unbekanntem Boot. Axel holte uns in seiner neu Restaurierten Viper ein und zum Schluss kam René mit seinem gerade neu, gebraucht erworbenen Detonator. Unterwegs sahen wir wieder die Bisamratte, diesmal schwamm sie rotzfrech am Ufer hin und her und ließ sich von uns nicht stören. Am Kanal war wenig Strömung, aber für einfache Kehrwasserübungen reichte es aus. Der Quake ist natürlich schon auf Grund seiner Abmessungen sehr handlich. Es gelang mir damit problemlos das in oberste kleine Kehrwasser zu gelangen. Fahrtechnisch wäre dies auch mit jedem anderen Boot kein Problem, aber der Platz reicht, zum Beispiel für meinen Prospector einfach nicht aus. Klemens und René übten dann fleißig die Rolle. Es wurden Boote getauscht. So probierte ich auch kurz die Viper und etwas ausführlicher Klemens Prodigy, welcher mir gut gefiel. In seinen Holms passte ich nicht rein. Die Sonne brannte immer noch erbarmungslos und mir wurde es im Neo ordentlich warm. Zu rollen traute ich mich aber nicht, meine letzte Kajakrolle liegt schon wieder einige Zeit zurück, so kippte ich dann einfach um und stieg aus. Selbst vollgelaufen konnte ich den Quake schwimmend gut transportieren, aber es waren ja auch keine erschwerten Bedingungen.. 🙂 Zwischen drin sahen wir dann noch eine Ratte, sie kam den Kanal runter getrieben. Sie war ziemlich aufgedunsen und ziemlich tot. Axel und ich fuhren dann irgendwann zurück zum Anleger, wo wir vergeblich versuchten erst seinen Independence  und dann meinen Prospector durch Ausschütteln leer zu machen.

Wir versuchten dabei ein Video zu imitieren, welches zur Zeit auf Youtube für Begeisterung sorgt. Auch wenn es uns nicht gelang, zwei positive Nebenaspekte hatte die Übung, unsere Boote wurden wieder einmal von Innen gereinigt und ich übte wieder einmal den Heel-hook Einstieg, bei dem man sich an der mittleren Ducht mit dem, dem Boot zugewandten Bein, rückenschwimmend einhängt und sich dann, mit dem gegenüberliegenden Arm, über das Boot, die andere Seite des Süllrandes greifend, ins Boot schwingt. Axel fungierte auf der anderen Seite des Bootes als Gegengewicht. Zum Abschluss probierte ich dann noch quer zum Anleger liegend auszusteigen, in dem ich im Boot ganz nach hinten rutschte, so dass der Bug weit aus dem Wasser rausragte, den Bug auf dem Anleger auflegte, dann aufstand und nach vorn aus dem Boot rauslief. Das ist natürlich auch abgeschaut, und zwar hier, bei 10.30 geht es los. Von mir gibt es auch einen Film, der ist zwar in Farbe, aber lange nicht so beeindruckend.

Traufgänger

L1100123Nachdem ich vor 14 Tagen schon mit Leonhard eine Tour der Traufgänge gemacht hatte, bin ich heute Früh zusammen mit Anke aufgebrochen eine Weitere zu unternehmen. Wir hatten uns die Ochsenbergtour ausgesucht. Eine schöne Wanderung in der Nähe von Albstadt-Ebingen, mit herrlichen Aussichtspunkten, einer Höhle in der Überreste steinzeitlicher Bewohner gefunden wurden und einem frühgeschichtlichen Skulpturenpark.
Wir liefen die Strecke entgegen der Empfohlenen Richtung, was uns zwar einen L1100141Gang in der Mittagssonne gegen Ende der Tour ersparte, aber uns auch die Möglichkeit nahm im Gasthaus Ochsenberg einzukehren, da dies erst um 10.00 Uhr öffnete, wir aber schon kurz nach neun da waren. Dadurch, dass wir schon sehr zeitig aufgebrochen waren hatten wir den Aussichtspunkt Alpenblick fast für uns alleine. Alpen haben wir aber keine gesehen, dafür war es zu dunstig. Beim Skulpturengarten lag ein Einbaum, obwohl weit und breit kein Wasser war, auf dem man hätte damit fahren können. L1100135
Das machte aber nichts, ich hatte eh kein Paddel mit. Gegen Mittag bevölkerten mehr und mehr größere Gruppen den Rundweg und wir waren froh, nach einem kleinen aber steilen Umweg, auf Grund eines verpassten Wegweisers, den Parkplatz Kälberwiese, auf dem unser Auto stand, erreichten. Gegen 13.00 Uhr waren wir wieder zu Hause.

Was man sich so vornimmt …

Also eigentlich hatte ich für das Wochenende alle Paddelaktivitäten schon abgesagt, weil ich meinen verlängerten Rücken und meinen rechten Ellbogen etwas schonen wollte. Da kam am Freitag Vormittag der Anruf von Roland, der von mir etwas zu einer Gefahrenstelle an der Thur wissen wollte. Es handelte sich um das sogenannte Loch, dem Brückenschwall in Schwarzbach. In den letzten Jahren hat dort das Wasser eine Unterspülung geschaffen die nicht ganz ungefährlich ist. Die Stelle wird zwar von Ortskundigen relativ häufig befahren, aber ich riet ihm, etwas oberhalb die Fahrt zu beenden, da dort auch eine sehr viel bessere Ausstiegstelle liegt. Das Bild zeigt besagte Stelle, aufgenommen wurde es an der diesjährigen Narzissenfahrt, an der ein paar der Konstanzer Kanuten teilnahmen.

Es kam dann natürlich die, Frage ob ich nicht gerne mitkäme. Das brachte natürlich meine Überlegungen zum Wochenende wieder ins Schwanken. Ich sagte ich käme am Abend zum Bootshaus und würde mich dann entscheiden. Natürlich packte ich darauf hin mein ganzes Wildwasserzeugs zusammen und rüstete das Auto so aus, dass ich drin übernachten könne. Als ich dann ans Bootshaus radelte war es eigentlich schon so gut wie entschieden.

Wir verabredeten, dass ich mit meinem Auto ohne Boot auf dem Dach fahren würde, mein Boot sollt bei René auf dem Autodach Platz finden. So konnten wir mein Auto gleich an der Ausstiegstelle platzieren, uns dort umziehen und die trockenen Klamotten aller dort deponieren. Das hatte aber zur Konsequenz, dass ich nicht mit meinem Prospector fahren konnte, der hätte als drittes Boot nicht mehr auf den Dachträger gepasst. Erst hatte ich überlegt mit dem Probe 12 zu fahren, dann aber kam von Axel das Angebot seinen ME mitzunehmen, welches ich gerne annahm.
Einen ME war ich vor vielen Jahren schon ein paar mal gefahren, allerdings im Tandembetrieb als Bugpaddler. Wir verabredeten uns für 8.00 Uhr am kommenden Morgen am Bootshaus und ich machte mit Axel aus, ihn von zu Hause abzuholen.

 

Wichtig ist: Bewegung

Leonhard blieb auch noch am Montag, da er erst am Dienstag zu einem Seminar in Stuttgart sein musste. Eigentlich wollten wir auch diesen Tag noch für eine Paddelunternehmung nutzen, aber da mir immer noch ordentlich der Hintern weh tat, fiel das eher aus. Aber nur zu Hause rumsitzen ist auch nichts. Zu mal das ja auch weh tut. Also entschlossen wir uns, eine Wanderung zu unternehmen. Die Wahl der Strecke fiel auf einen der Traufgänge und zwar die Hossinger Leiter. Allerdings liefen wir die Runde nicht wie empfohlen gegen der Uhrzeigersinn, sondern mit ihm. Die Strecke ist mit 9 km und 460 Metern Auf- und Abstieg nicht besonders anspruchsvoll, aber dafür umso schöner. Wir liessen uns Zeit, machten öfter mal eine Pause, redeten viel, fotografierten oder genossen einfach die Aussicht. Auf einer Wildblumenwiese am Waldrand sahen wir viele Schmetterlinge, unter anderem auch einen Schwalbenschwanz, der sich aber nicht Fotografieren lies. Wir beschlossen, das dass nicht so tragisch sei, immer hin hatten wir ihn gesehen. Insgesamt hat mir das Kontrastprogramm sehr gut gefallen, das ruft nach Wiederholung.

Packkiste

Gestern habe ich meinen Dutch Oven rausgekramt, denn ich habe beschlossen diesen am Donnertsag mit auf unsere Thur-Tour zu nehmen. Ich hatte das Teil schon länger nicht mehr im Einsatz. Nach dem ich ihn ausgepackt und inspiziert hatte, fertigte ich eine runde Platte an, um sie als stabilen Boden in die Packtasche zu legen. Der Kunststoffboden in der Corura-Tasche hatte schon von einiger Zeit aufgegeben und die Füße des Ovens schauten unten zur Tasche raus. Das ist natürlich blöd, da diese beim Gepäckstapeln möglicherweise andere Gepäckstücke beschädigen können. Als ich damit fertig war packte ich alles wieder ein und machte beim Verschießen der Tasche den Reisverschluss kaputt. Verärgert ob diesem blöden Missgeschick ging ich erst ein mal ans Bootshaus. Obwohl heute kein offizielles Training war, war dort allerhand los. Ich stakte hinauf zum Blockwurf, wo ich versuchte meine Erkenntnisse vom vergangenen Wochenende anzuwenden. OLYMPUS DIGITAL CAMERADie untere kleine Stufe war kein Problem und ich schaute wie weit ich den eigentlichen Blockwurf hinauf kommen würde. Da sehr wenig Wasser im Neckar ist und ich mit dem Royalex-Prospector unterwegs war, ging das erstaunlich gut und ich kam ein ordentliches Stück hinauf. Da ich aber weder die richtigen Schuhe noch einen Helm an hatte, ging ich kein Risiko ein und beließ es dabei. Wieder zurück am Bootshaus traf ich Axel und wir beschlossen das Projekt Blockwurf mal gemeinsam in Vollausrüstung anzugehen. Ich erzählte ihm auch von meiner kaputten Tasche für den Dutchoven und er sagte das sei doch eine gute Gelegenheit eine Kiste für das Gerät zu bauen. Ich fand die Idee gar nicht schlecht, irgendwann könnte ich das ja machen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAls ich dann wieder nach Hause kam, ließ es mir keine Ruhe. Ich fertigte eine Skizze an, schrieb mir eine kleine Holzliste und überredete Jolanda mich zum Holzeinkauf zu begleiten. Am Freitagabend nach 20.00 Uhr ist erstaunlich wenig los in einem Baumarkt und so war das ganz fix erledigt. Ich trug das Material in den Keller und packte alles aus und um schon etwas vorzubereiten zeichnete ich schon einmal die Bretter zum Zusägen an. Dann nahm ich die Japanische Säge und testete, ob es nicht zu laut sei. Der Rest meiner Familie hatte sich vor dem Fernseher versammelt und hörte nichts von meiner Sägerei. Als ich alles zugesägt hatte dachte ich ein wenig Bohren sei sicher auch nicht schlecht und Schrauben ist ja auch nicht lauter als Bohren. Gegen Halbelf war die Kiste dann fertig.

Heute Morgen habe ich sie dann noch geschliffen und geölt. Neben dem Dutchoven findet auch noch der Deckelständer und der Greifer für den Deckel und sonstiges Zubehör Platz. Geschlossen kann sie im Zelt als Ablage dienen. Man kann auch drauf sitzen oder stehen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

GOC-Treffen

Über die Osterfeiertage bin ich zusammen mit Axel zum GOC-Treffen nach Bad Kreuznach gereist. Ich bin kein Mitglied des GOC (German Open Canoe), wurde aber als Gast sehr freundlich aufgenommen. Das Programm dort sah neben Touren auf den Gewässern vor Ort, verschiedene Workshops, einen Tag der Krämer und Händler und einen Kanu-Slalom-Wettbewerb vor. Am Donnerstag Nachmittag holte ich Axel in Stuttgart von der Arbeit ab. Seinen Anhänger hatte er am Vorabend bei mir deponiert. So zuckelten wir die rund 250 km in die Pfalz. In Bad Kreuznach lagerten wir am Rand des Kurparks beim Bootshaus der Kanuabteilung des VFl. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, standesgemäß jeder in seinem Tipi, paddelten wir die Nahe erst ein Stück flussauf und dann hinunter zum Schrägwehr, um mögliche Poling-Spots zu erkunden. Axel hatte im Programm einen Poling-Workshop angeboten, an dem ich natürlich teilnehmen wollte. Im Unterwasser des Schrägwehrs liegt eine kleine aber feine Slalomstrecke für Kanuten. Über eine Eingangsstufe neben der Fischtreppe erreicht man sie.

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Darüber aber später mehr. Jetzt muss ich erst ein mal das ganze Gerödel auspacken, sortieren und wieder einpacken, da es nächste Woche für ein paar Tage an die Thur geht. „GOC-Treffen“ weiterlesen

Auf dem Hochrhein

Gestern unternahmen wir eine Ausfahrt auf dem Hochrhein.
Meine bisherigen Fahrten auf dem Hochrhein starteten sonst entweder in Konstanz oder, wenn es etwas kürzer sein sollte im Mammern. Von der gegenüberliegenden Seite, auf der Höri war ich noch nie gestartet. Also trotz der vielen Touren die ich auf dieser Strecke des Rheins schon gemacht hatte ein Novum. Unser Startort also Wangen. Es ging ein leichter Wind, der auch schon den ein oder anderen Segler auf Wasser lockte. Der Pegel des Bodensees ist war sehr niedrig und so dauerte es bis nach Öhningen, als wir einen leichten Stromzug wahrnahmen. Was mich auf dem Hochrhein immer wieder beeindruckt ist das Farbenspiel der Bäume. Egal ob sich im Herbst das Laub verfärbt, oder sich wie zur Zeit in verschieden Grüntönen präsentiert, es ist immer wieder aufs neue ein Hingucker. Vielleicht bin ich dort auch besonders aufmerksam, oder es liegt daran, dass mir die Strecke ausserordentlich gut gefällt.

Pause machten wir, nach dem wir die beiden Brücken unterhalb von Stein am Rhein passiert hatten, links auf einer Kiesbank am Ufer. Wir hatten jede Menge Auswahlmöglichkeiten, nicht wie im Sommer, wenn erstens die Kiesbänke auf Grund des höheren Pegels langsam verschwinden und zweites viel mehr Menschen am Ufer des Rhein anzutreffen sind. Ich hatte die Feuerbox dabei und Würstchen, seit langem wieder ein mal. „Auf dem Hochrhein“ weiterlesen

Angesichts der heutigen Materialvielfalt bei Kanus, lässt sich das Benutzen von traditionellen Materialien natürlich hinterfragen. Klar ist es praktisch ultraleichte Boote aus einem nahezu unzerstörbaren Material zu fahren, aber mich fasziniert die natürliche Ästhetik die traditionelle Boote haben. Klar muss man in manchen Fällen Kompromisse eingehen. Zum Beispiel seine Fahrweise etwas dem Material anpassen, das müssen aber Faltbootfahrer auch. Da ich früher viel Faltboot gefahren bin, fällt mir das nicht schwer. Und dann sind Wood-Canvas Kanus robuster, als auf den Blick zu erwarten ist.