Packkiste

Gestern habe ich meinen Dutch Oven rausgekramt, denn ich habe beschlossen diesen am Donnertsag mit auf unsere Thur-Tour zu nehmen. Ich hatte das Teil schon länger nicht mehr im Einsatz. Nach dem ich ihn ausgepackt und inspiziert hatte, fertigte ich eine runde Platte an, um sie als stabilen Boden in die Packtasche zu legen. Der Kunststoffboden in der Corura-Tasche hatte schon von einiger Zeit aufgegeben und die Füße des Ovens schauten unten zur Tasche raus. Das ist natürlich blöd, da diese beim Gepäckstapeln möglicherweise andere Gepäckstücke beschädigen können. Als ich damit fertig war packte ich alles wieder ein und machte beim Verschießen der Tasche den Reisverschluss kaputt. Verärgert ob diesem blöden Missgeschick ging ich erst ein mal ans Bootshaus. Obwohl heute kein offizielles Training war, war dort allerhand los. Ich stakte hinauf zum Blockwurf, wo ich versuchte meine Erkenntnisse vom vergangenen Wochenende anzuwenden. OLYMPUS DIGITAL CAMERADie untere kleine Stufe war kein Problem und ich schaute wie weit ich den eigentlichen Blockwurf hinauf kommen würde. Da sehr wenig Wasser im Neckar ist und ich mit dem Royalex-Prospector unterwegs war, ging das erstaunlich gut und ich kam ein ordentliches Stück hinauf. Da ich aber weder die richtigen Schuhe noch einen Helm an hatte, ging ich kein Risiko ein und beließ es dabei. Wieder zurück am Bootshaus traf ich Axel und wir beschlossen das Projekt Blockwurf mal gemeinsam in Vollausrüstung anzugehen. Ich erzählte ihm auch von meiner kaputten Tasche für den Dutchoven und er sagte das sei doch eine gute Gelegenheit eine Kiste für das Gerät zu bauen. Ich fand die Idee gar nicht schlecht, irgendwann könnte ich das ja machen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAls ich dann wieder nach Hause kam, ließ es mir keine Ruhe. Ich fertigte eine Skizze an, schrieb mir eine kleine Holzliste und überredete Jolanda mich zum Holzeinkauf zu begleiten. Am Freitagabend nach 20.00 Uhr ist erstaunlich wenig los in einem Baumarkt und so war das ganz fix erledigt. Ich trug das Material in den Keller und packte alles aus und um schon etwas vorzubereiten zeichnete ich schon einmal die Bretter zum Zusägen an. Dann nahm ich die Japanische Säge und testete, ob es nicht zu laut sei. Der Rest meiner Familie hatte sich vor dem Fernseher versammelt und hörte nichts von meiner Sägerei. Als ich alles zugesägt hatte dachte ich ein wenig Bohren sei sicher auch nicht schlecht und Schrauben ist ja auch nicht lauter als Bohren. Gegen Halbelf war die Kiste dann fertig.

Heute Morgen habe ich sie dann noch geschliffen und geölt. Neben dem Dutchoven findet auch noch der Deckelständer und der Greifer für den Deckel und sonstiges Zubehör Platz. Geschlossen kann sie im Zelt als Ablage dienen. Man kann auch drauf sitzen oder stehen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

GOC-Treffen

Über die Osterfeiertage bin ich zusammen mit Axel zum GOC-Treffen nach Bad Kreuznach gereist. Ich bin kein Mitglied des GOC (German Open Canoe), wurde aber als Gast sehr freundlich aufgenommen. Das Programm dort sah neben Touren auf den Gewässern vor Ort, verschiedene Workshops, einen Tag der Krämer und Händler und einen Kanu-Slalom-Wettbewerb vor. Am Donnerstag Nachmittag holte ich Axel in Stuttgart von der Arbeit ab. Seinen Anhänger hatte er am Vorabend bei mir deponiert. So zuckelten wir die rund 250 km in die Pfalz. In Bad Kreuznach lagerten wir am Rand des Kurparks beim Bootshaus der Kanuabteilung des VFl. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, standesgemäß jeder in seinem Tipi, paddelten wir die Nahe erst ein Stück flussauf und dann hinunter zum Schrägwehr, um mögliche Poling-Spots zu erkunden. Axel hatte im Programm einen Poling-Workshop angeboten, an dem ich natürlich teilnehmen wollte. Im Unterwasser des Schrägwehrs liegt eine kleine aber feine Slalomstrecke für Kanuten. Über eine Eingangsstufe neben der Fischtreppe erreicht man sie.

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Darüber aber später mehr. Jetzt muss ich erst ein mal das ganze Gerödel auspacken, sortieren und wieder einpacken, da es nächste Woche für ein paar Tage an die Thur geht. „GOC-Treffen“ weiterlesen

Auf dem Hochrhein

Gestern unternahmen wir eine Ausfahrt auf dem Hochrhein.
Meine bisherigen Fahrten auf dem Hochrhein starteten sonst entweder in Konstanz oder, wenn es etwas kürzer sein sollte im Mammern. Von der gegenüberliegenden Seite, auf der Höri war ich noch nie gestartet. Also trotz der vielen Touren die ich auf dieser Strecke des Rheins schon gemacht hatte ein Novum. Unser Startort also Wangen. Es ging ein leichter Wind, der auch schon den ein oder anderen Segler auf Wasser lockte. Der Pegel des Bodensees ist war sehr niedrig und so dauerte es bis nach Öhningen, als wir einen leichten Stromzug wahrnahmen. Was mich auf dem Hochrhein immer wieder beeindruckt ist das Farbenspiel der Bäume. Egal ob sich im Herbst das Laub verfärbt, oder sich wie zur Zeit in verschieden Grüntönen präsentiert, es ist immer wieder aufs neue ein Hingucker. Vielleicht bin ich dort auch besonders aufmerksam, oder es liegt daran, dass mir die Strecke ausserordentlich gut gefällt.

Pause machten wir, nach dem wir die beiden Brücken unterhalb von Stein am Rhein passiert hatten, links auf einer Kiesbank am Ufer. Wir hatten jede Menge Auswahlmöglichkeiten, nicht wie im Sommer, wenn erstens die Kiesbänke auf Grund des höheren Pegels langsam verschwinden und zweites viel mehr Menschen am Ufer des Rhein anzutreffen sind. Ich hatte die Feuerbox dabei und Würstchen, seit langem wieder ein mal. „Auf dem Hochrhein“ weiterlesen

Angesichts der heutigen Materialvielfalt bei Kanus, lässt sich das Benutzen von traditionellen Materialien natürlich hinterfragen. Klar ist es praktisch ultraleichte Boote aus einem nahezu unzerstörbaren Material zu fahren, aber mich fasziniert die natürliche Ästhetik die traditionelle Boote haben. Klar muss man in manchen Fällen Kompromisse eingehen. Zum Beispiel seine Fahrweise etwas dem Material anpassen, das müssen aber Faltbootfahrer auch. Da ich früher viel Faltboot gefahren bin, fällt mir das nicht schwer. Und dann sind Wood-Canvas Kanus robuster, als auf den Blick zu erwarten ist.