Starzel mit Startschwierigkeiten

Der  Dauerregen die letzten beiden Tage hat die Bäche ordentlich voll gemacht. Axel hatte in weiser Voraussicht für heute auf die Starzel eingeladen. Eigentlich hätten wir im Prospector fahren können, aber Lorenz wollte gerne noch mal im Probe 14 paddeln, den wir schon auf der Erms gefahren hatten. Der sei cooler.
Nicht so cool war, dass wir dann unsere Schwimmwesten nicht aus dem Prospector genommen hatten und das erst merkten, als wir uns in Bieringen umzogen. Glücklicherweise merkten wir das während einer Unterhaltung mit einem Radfahrer, der zufällig gerade vorbei gekommen war und sich erkundigte was wir vorhatten.

Er wohnt in Bieringen, ist Paddler und hat uns ausgeholfen.
An dieser Stelle herzlichen Dank!
Nach dem wir alle umgezogen waren, deponierten wir die trockene Kleider bei uns im Auto. Das ließen wir in Bieringen stehen. Unseren Einsatzort Rangendingen erreichten wir innerhalb 20 Minuten.

Die Starzel ist ein kleiner Bach, nur bei ordentlich Hochwasser überhaupt befahrbar. Sie windet sich durch ein einsames Waldtal. Nur ein mal kreuzt eine Straße. Es gibt auch keinen Begleitweg, so dass man eigentlich ganz alleine unterwegs ist. Der Schwierigkeitsgad wird mit WW I-II angegeben. Sie ist nicht sonderlich verlockt, hat aber viele enge Kehren und mit Baumhindernissen ist zu rechen.

Wir waren zu neunt unterwegs, vier Kajakfahrer, drei Solokanadierfahrer und Lorenz und ich im Tandem. Auf der ersten Hälfte der Strecke hatte Lorenz sehr kalte Hände bekommen und als wir das erste mal wegen eine Baums aus dem Boot mussten war er ziemlich verzweifelt. Ich versuchte ihn dazu zu bringen sich zu bewegen. Aber wie das so ist, wenn Väter etwas sagen,  – das zählt nicht.
Clemens hingegen motivierte ratzfatz zu einem Wettrennen und als ich dann noch mit Schokolade ankam konnte er schon wieder lachen.

Wir hatten auf unserer ca. 12 km langen Strecke drei Wehre zu umtragen, eines oder zwei hätten wir evtl. befahren können, wir hatten aber keinerlei Risikobereitschaft verspürt. Nach dem 2. Wehr fanden wir nicht direkt einen Einstieg und liefen eine ganze Weile am Fluss entlang um eine geeignete Stelle zu finden, als René, der uns einwenig voraus war, zurückkam mit dem Meldung eines weiteren Baumhindernisses. Da hatte sich die Lauferei gelohnt und wir konnten uns das erneute Aus- und wieder Einsteigen sparen.

Mittlerweile war die Sonne etwas herausgekommen. Lorenz Stimmung war wieder ganz gut. Die Strecke war abwechslungsreich und spritzig, wir kamen gut zurecht. Bis auf die Hände hatten wir auch warm, steckten wir doch in unseren neuen Paddelhosen die gestern gerade noch rechtzeitig angekommen waren. Beim dritten Wehr gibt es eine Fischtreppe, die man das Boot ganz prima hinunter treideln kann. Eigentlich könnte man sie auch fahren, aber das Wasser war schon ein Stück gefallen und die Steine waren schon wieder sichtbar. Langsam kamen wir schon in den Bereich von Bieringen, unserem Zielort. Auf dem letzten Stück vor der Mündung in den Neckar, gibt die Starzel noch mal richtig Gas. Ein paar kleine Stufen und Schwälle. Dann die Mündung und gleich danach die Ausstiegstelle beim Parkplatz. Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt, umziehen, die Autos in Rangendingen holen. In der Zwischenzeit hat Lorenz die ausgeliehene Schwimmweste zurückgebracht. Dann nach Hause, zuvor noch die Boote ins Bootshaus gebracht.
Ach ja, das beste zum Schluss, Lorenz bekommt Paddelhandschuhe!

Die Fotos von uns hat Axel gemacht. Hier der Link zu seinem Paddelbolg

Silvester-Tour

Heute ging es zum Jahresabschluss auf die Erms. Unsere Strecke führte von Metzingen nach Neckartenzlingen. Eigentlich wollten wir auf die Starzel, aber die hatte zu wenig Wasser. Wir waren zwei Kajakfahrer und 5 Kanadierpaddler.
Ich fuhr mit Lorenz zusammen im Probe 14, also wieder ein Wildwasserkanu und kein Wood-and-Canvas Boot. Aber für nächsten Sonntag auf der Reuss haben wir fest vor wieder mal mit einem Holzboot unterwegs zu sein.

Hier ein paar Bilder von heute. Die untere Serie zeigt uns beim Befahren des zweiten Wehres. (Vielen Dank an Axel für die Bilder) Das erste des Tages war unfahrbar, das zweite befanden wir nach genauem Ansehen für fahrbar.

Nix für Wood-Canvas Boote …

ist die heutige Fahrt auf der Eyach gewesen und auch der neue Prospector wurde heute geschont.
Auf Axels Empfehlung hin hatte ich mir für den heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag den Probe 12, ein Vereinsboot der Tübinger Paddelfreunde ausgeliehen. Nach dem Einstieg in Balingen ging es ganz munter dahin, als auf einem Weg neben dem Bach plötzlich ein Polizeiauto an uns vorbei fuhr. Ich sagte noch zu Axel, der ist hoffentlich nicht wegen uns hier. Kurz darauf stoppte das Polizeiauto. Der Polizist stieg aus und kam ans Ufer und packte einen Fotoapparat aus. Als wir auf seiner Höhe waren riefen wir: „Wir tun hoffentlich nichts Verbotenes!“ Er sagte: „Nein, kein Problem ich will nur für meine Kollegen dokumentieren wie man einen Weihnachtsfeiertag verbringen kann.“

Kurz darauf erreichten wir eine Fischtreppe, die wir zuerst besichtigen wollten. Ich beschloss für mich sie nicht zu fahren, ich hatte mich noch nicht an das Boot gewöhnt und mich noch nicht „eingekippelt“.

Dafür fuhren Axel im Kanadier, Mac und Michael in ihren Kajaks gleich zwei mal. Auch diese Aktion wurde polizeilich überwacht und dokumentiert.

Das folgende Stück war mit weniger Gefälle und ich konnte mich langsam mit dem Boot anfreunden.

Das Boot hat einen flachen Rundboden und fühlt sich im ersten Moment etwas kippelig an, da ich aber Boote mit runden Böden sehr mag, kam ich mehr und mehr zurecht.

Mit dem Beginn der Waldschlucht nahm das Gefälle zu und die Durchfahrten wurden verblockter. An einer sonnigen Wiese machten wir eine kleine Pause und umtrugen dadurch auch gleich noch einen Baum, der quer über den Bach hing.

Er war aber das einzige Baumhindernis, das wir nicht unterfahren konnten. Am Ende der Waldschlucht war noch das unfahrbare Wehr zu umtragen. Danach kamen noch ein paar kleinere Schwälle und Owingen war bald erreicht. Ein paar Spaziergänger machten sich noch über uns lustig, als wir nur mit Unterwäsche bekleidet vor der kleinen Kapelle an der Ausstiegstelle rumstanden. Wir waren jedoch schnell umgezogen, die Boote verladen und schon ging es nach Hause.