Eis, Sonne, Neckarbad

Heute sagte der Wetterbericht voraus, dass über Mittag die Sonne durchkommen würde.
Beim ersten zaghaften Durchschimmern der Sonne durch den Hochnebel, setzte ich mich aufs Rad und fuhr zum Bootshaus. Ich packte die Polingstange mit ins Boot, motiviert durch einige Videos im Open-Canoe-Forum, wollte ich wieder ein mal das Staken üben. Als ich am Kraftwerkskanal, der auf Grund der Baustelle am Kraftwerk, immer noch keine Strömung aufweist, fiel mir auf, dass er von einer dünnen Eisschicht überzogen war. Ich konnte, wie immer nicht widerstehen, nahm Anlauf und fuhr mit Schwung aufs Eis. Es war gut 2-3 cm dick und ich konnte gut mit dem halben Boot drauf fahren, bis es brach.

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Im Kanal war es aber kalt und ungemütlich, deshalb gab es ja auch das Eis. Ich machte mich also Weiter auf den Weg Richtung unteres Blockwurfwehr. Jetzt kam auch die Sonne raus. Am Blockwurf surfte ich erst ein wenig in der Welle und beschloss dann aber den Blockwurf zu umtragen und noch etwas weiter hinauf zum Oberen Blockwurf zu fahren. Ich sparte mir das Boot zu tragen und watete, das Boot über die bemoosten Steine am Ufer schiebend, das Hindernis zu umgehen.

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OLYMPUS DIGITAL CAMERABeim oberen Blockwurf schaute ich erst ein mal nach Emails, ich hatte Axel Bescheid gegeben dass ich aufs Wasser wollte. Er hatte geantwortet und war auch unterwegs zum Paddeln. Leonhard hatte auch geschrieben, ob das mit unserem Treffen am kommenden Montag, in Konstanz klappen würde. Ich antwortete ihm und gab ein Bisschen damit an, dass bei mir die Sonne schiene.

Als ich mich dann umsah, sah ich dass Axel stromab um die Ecke kam. Er war noch gut 300 Meter entfernt. Ich beschloss die Zeit bis zu unserem Treffen noch etwas Poling zu üben und versuchte den kleinen Schwall unterhalb des Blockwurfes zu überwinden. Ich konnte mich auch ganz gut in der Strömung halten, beschleunigte und war den Schwall fast schon oben, als mich die Strömung seitlich versetzte und drohte mich ans Ufer zu drücken. Ich stellte die Stange beherzt auf den Grund, leider genau vor einen Stein. Die Strömung drückte mich dagegen und verklemmte die Stange. Erst zog ich an der Stange, ließ dann aber los, um auf der anderen Seite des Bootes aus dem selbigen zu fallen.
Axel hatte das Ganze aus der Ferne beobachtet und meinte später, es hätte ziemlich dramatisch ausgesehen. Er hatte von dort nicht gesehen dass ich komplett mit mit Trockenjacke und Hose unterwegs war. Ich fiel rückwärts auf den Hintern ins Wasser, es war allerdings nicht sehr tief an der Stelle und ich tauchte nicht komplett unter. Meine Mütze wurde nicht mal nass. Eigentlich hatte ich aber Glück, denn es hätte ja auch ein Stein im flachen Wasser liegen können, einen Helm trug ich nicht. Die Stange machte sich natürlich gleich auf den Weg stromab, ich musste erst das Boot drehen, ausleeren und dann wieder einsteigen um der Stange hinterher zu paddeln. Es war aber alles kein Problem. Axel und ich quatschten erst noch ein Bisschen und machten uns dann auf den Rückweg. Beim unteren Blockwurf fuhr ich vor, um vom Kehrwasser aus Axels Abfahrt zu dokumentieren. Endlich gelang es mir mal, mich für die vielen Bilder die Axel sonst unterwegs von mir macht, zu revanchieren.

Am Kraftwerkkanal fuhren wir noch mal aufs Eis. Ich versuchte die Schollen raus auf den frei fließenden Neckar zu bugsieren. Was mir aber nicht so recht gelang. Erstaunlich war, wie schnell das Eis zu schmelzen begann, sobald es ins von der zaghaften Sonne nur um wenige Grade erwärmtere Wasser kam. Zurück am Bootshaus zogen wir uns um und begaben uns begleitet von den letzten Sonnenstrahlen auf den Heimweg. Heute war der kürzeste Tag des Jahres, Wintersonnwende, wir haben ihn gut genutzt. 🙂

Hier der Link zu Axels Bericht:
http://paddelblog.blogspot.de/2013/12/erstes-eis-wintersonnenwende.html

 

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