Fünf Portagen

BildFür den heutigen herrlichen Frühlingstag hatte Axel über seinen Stechpaddelverteiler nochmals für die Lauchert eingeladen. Es zeichnete sich jedoch schon im Vorfeld ab, dass die Fahrt mangels Interesse nicht stattfinden würde. Ich hatte heute auch keine rechte Lust erst mit dem Auto zufahren, um dann paddeln zu können,  hatte mir aber vorgenommen um 9.00 Uhr am Bootshaus zu sein. Für diese Zeit war das Treffen für die Lauchertinteressenten anberaumt. Birte und Karsten planten nach Binzwangen, zur Übungsstrecke an die Donau zu fahren. Ich hatte vor, den Neckar oberhalb des Hirschauer Wehrs zu erkunden. Axel war gekommen um eventuellen Lauchtertfahrern die Ein- und Aussatzstelle zu beschreiben. Es kamen aber keine Interessenten. Doch einer, Lorenz kam auch noch angeradelt, er wollte mich begleiten. Axel machte ein Foto von uns als wir ablegten.

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Wir paddelten zunächst wie gewohnt hinauf zum ersten Blockwurf, vorbei am Auslauf des Kraftwerkskanal. Am Blockwurf angekommen luden wir das Boot aus, Lorenz schleppte unsere Paddel, den Rucksack mit den Wechselklamotten, die Kniematten und die Polingstange nach oben, ich gab mich mit dem Tragen des Bootes zufrieden. Oberhalb des Blockwurfes war der Neckar sehr seicht, Lorenz rutschte ein Stück nach hinten, ist stellte mich ins Boot und stakte bis unterhalb des zweiten, wesentlich höheren Blockwurf. Die Gepäckverteilung erfolgte wie zuvor, jedoch war die Strecke erheblich weiter. Auf dem kurzen Stück zwischen dem Blockwurf und dem Hirschauer Wehr hätten wir schon paddeln können, jedoch wussten wir nicht genau wie die Ausstiegstelle vor dem Wehr aussieht, da wir dort noch nie ausgestiegen waren. Also beschloss ich, den Blockwurf und das Wehr in einem Mal zu umtragen. OLYMPUS DIGITAL CAMERADas war weit und ich hatte keinen Bootswagen mitgenommen. Warum eigentlich nicht? Für die gut 600 Meter wäre der schon hilfreich gewesen. Allerdings muss man das Teil ja auch immer tragen, wenn man zum Beispiel die Blockwürfe überwindet, da kann man den Bootswagen ja nicht brauchen. Nach gut der Hälfte der Strecke legte ich das Boot ab und befreite Lorenz von unserem Packsack. Ich lief dann mit ihm die Strecke bis zur Einsatzstelle oberhalb des Wehrs. Unterwegs sah ich mir die potentielle Einsatzstelle für den Rückweg an und befand sie für gut. Nachdem ich dann das Boot den Rest der Strecke auch noch geschleppt hatte, setzten wir unsere Fahrt Richtung Kiebinger Wehr fort. Hier wurde es sehr einsam, nur ab und zu ein Angler am Ufer und ein paar wenige Radfahrer, auf dem Hochwasserdamm, waren unterwegs. Wir sahen und hörten jede Menge Vögel. Hin und wieder flitzte ein Eisvogel kreuz und quer über den Fluss. Zunächst ist der Neckar hier wie ein See, es ist kaum Strömung vorhanden. Je näher man jedoch dem Wehr von Kiebingen kommt desto spürbarer wird der Stromzug. Aber nicht so, dass es wirklich anstrengend wäre dagegen anzupaddeln. Nach einer gefühlten Dreiviertel Stunde tauchte hinter einer Biegung das Wehr auf. Die Anlage ist großräumig eingezäunt, eine gut nutzbare Ein- bzw. Aussatzstelle war für uns nicht zu erkennen. Wir hatten aber eh nicht vor weiter als bis hier zu paddeln und drehten um. Auf dem Rückweg zum nächsten Wehr sahen wir wieder den Eisvogel und konnten ihn auch fotografieren. Das Bild ist ziemlich unscharf, ich habe versucht nahe hin zu zoomen, aber da kommt meine Knipse an ihre Grenzen. Na, wer erkennt ihn? In der Mitte des Astes, der orange/blaue Fleck.OLYMPUS DIGITAL CAMERADas nächste Mal werde ich wieder den großen Apparat mitnehmen. Wieder am Wehr hatten wir diesmal ein paar Zuschauer, die hier ihren Spaziergang oder ihre Radtour unterbrachen, um unserem seltsamen Treiben zuzusehen. Das Wehr ist hier mit einer Brücke für Radfahrer und Fussgänger kombiniert. Dieses Mal trugen wir unseren Kram und das Boot nur bis zu der auf dem Hinweg ausgekundschafteten Einsatzstelle und paddelten dann die gut 300 Meter bis zum Blockwurf.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUnterhalb der Stufe stand auf der rechten Seite ein Fliegenfischer und so übertrugen wir auf der linken Seite. Wir machten das wie gehabt, Lorenz schleppte das ganze Gerödel, ich das Boot. Das kurze Stück nach dem Blockwurf bis nach der kleinen Schwelle unterhalb, fuhr ich alleine. Lorenz stieg danach wieder zu. Die kleine Schwelle war gerade so zu befahren. Ich entschuldigte mich bei dem Fliegenfischer, dem ich bei dieser Aktion ziemlich auf die Pelle rückte. Er fand das Ganze nicht schlimm, seine Angelschnur ist ja eh meist in Bewegung und hängt nicht nur im Wasser, wie bei den sonst anzutreffenden Anglern. Ich hätte gerne versucht die Stelle wieder hoch zu polen, aber dafür hätte er verständlicher Weise wenig Begeisterung aufgebracht. Mittlerweile war es ziemlich warm geworden und bei unserer letzten Umtragerei, dem unteren Blockwurf, kamen wir sogar leicht ins Schwitzen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA Hier legte ich, zur Belustigung einiger Passanten und Lorenz, noch eine kurze Poling-Session ein, blieb aber dann mitten im Fluss auf einem Stein hängen und kam nur mit Mühe wieder weg. Ausser Lorenz hat es, glaube ich aber keiner gemerkt. Auf dem letzten Stück zum Bootshaus kühlte uns der aufkommende Ostwind etwas ab, wir fanden den Zeitpunkt unserer Rückkehr genau richtig. Insgesamt haben wir rund zwölf Kilometer zurück gelegt, fünf Portagen bewältigt und dafür rund drei Stunden Zeit benötigt.

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