Glitzersee

Da wir heute einen Termin in Konstanz hatten, habe ich die Gelegenheit genutzt und mich mit Leonhard zum Paddeln getroffen. L1090803Das Wetter war herrlich: Blauer Himmel, dicke weiße Wolken und der See glitzerte in der Sonne. Alleine den Wind hätte es nicht gebraucht. Er kam von Westen und unter der Schänzlebrücke pfeift es dann immer so durch, dass man erst meint man kommt nicht gegen an. Vor allem wenn man ganz unter dem linken Joch durchfahren will, dort ist das Wasser am flachsten und es lässt sich schlecht manövrieren.

Ich fuhr im September und er ist das Boot meiner Flotte, welches die größte Angriffsfläche für den Wind bietet. Da ich solo fuhr saß ich auf der hinteren Ducht, der Wind drehte mich jedoch wie ein Fähnchen, da mein Bug höher lag als das Heck.
Also drehte ich mich im Boot um und setzte mich auf die mittlere Ducht. Dadurch tauchte der Bug weiter ein, das Heck ragte mehr auf und es stellte sich die gleiche Wirkung wie zuvor ein, nur dass ich jetzt in die richtige Richtung, nämlich gegen den Wind paddeln konnte und er mich wieder wie ein Fähnchen ausrichtete. Leonhard war das zu albern und er kämpfte tapfer vom vorderen Sitz aus, aber auch in verkehrter Fahrtrichtung. Er war auch solo unterwegs, sein Boot hat aber keine so große Windangriffsfläche.
Wir paddelten hinüber zur Bleiche und wollten uns eigentlich durchs seichte Wasser hinter der großen Sandbank bei den Naturfreunden vorbei mogeln. Dort war aber kein Durchkommen. Wir querten den Seerhein erneut und fuhren hinüber zum Schweizer Ufer. Vor ein paar Monaten hatte ich dort die Überreste der sogenannten Fischerbänke bewundert, die der Fäulnis und dem letzten Hochwasser zum Opfer gefallen war. L1090816Heute stand hier nagelneu und ganz frisch der Ersatz.
Da an wirklich entspanntes Paddeln bei diesem Wind nicht zu denken war, machten wir uns Gedanken, ob dieser Steg für uns auch zu nutzen wäre.
Ich packte erst ein mal meine Kniematte, meinen Kamerakoffer und mein Ersatzpaddel zu Leonhard ins Boot und begab mich zur Leiter des neuen Gebildes.L1090808

Ich versuchte dann mit dem Boot in der einen Hand, den Steg zu erklimmen. Aber da wurde ich wieder einmal vom enormen Gewicht meines Bootes in die Schranken gewiesen. Es war nichts zu machen, der Steg ist einfach viel zu hoch für Kanufahrer. Wer hat sich das nur wieder ausgedacht. Vor allem, wenn man dann oben ist, was eigentlich gar nicht zu bewerkstelligen ist, wird man feststellen, man gelangt von dort aus nicht an Land.
Also nicht nur zu hoch das Dings, sondern auch zu nichts nütze. 😉
Nach dem ich dann wieder runtergestiegen war, erzählte ich Leonhard von meinen Gleichgewichtsübungen für das Poling und führte ihm dann auch gleich unter zu Hilfenahme meines langen Guidepaddels alle möglichen Übungen vor, das heißt ich hampelte ein wenig im Boot rum. Er hörte geduldig zu und fotografierte.L1090810Wir blödelten dann dort noch ein wenig herum und liessen uns dann, sachte vom Wind gegen die Strömung, zurück zum Bootshaus schieben. Am Bootshaus und auf dem Steg war verhältnismäßig viel Betrieb, hatte doch das schöne Wetter den Einen oder Anderen aufs Wasser gelockt. Gegen drei Uhr trudelten auch meine beiden Mitfahrer beim Bootshaus ein und wir machten uns mit September auf dem Dach auf den Weg zurück nach Hause. Momentan habe ich also alle drei Kanadier hier in Tübingen. In Konstanz liegt jetzt nur noch ein Kajak von mir. Vielleicht werde ich das bei einem meiner nächsten Besuche mal wieder nass machen.L1090825

Share on Google+Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someone