Gruppen-Poling

Wie letzten November verabredet, trafen wir uns am gestrigen Sonntag um etwas Poling zu betreiben. Es waren nicht nur die „Locals“ vertreten, sondern es hatten sich auch alte und neue Bekannte auf den Weg gemacht. Für Internationalität sorgten Theo und Paul aus der Schweiz. 12115582_1078419912191056_3398003453508786170_nSie waren schon am Vortag angereist und nutzen den recht sonnigen Samstag, um zusammen mit Thomas, den Neckar von Sulz nach Horb zu paddeln und sich dann schon etwas vorzubereiten. Axel, der den Samstag Vormittag auf dem Motorrad verbrachte, erwischte sie beim Üben und machte natürlich gleich Meldung. 🙂  Axel, Ruth (die sich Bereit erklärt hatte das Lager zu hüten), Rolf und ich trafen uns dann am Sonntag um 9.00 Uhr am Bootshaus, luden allerhand Boote und Gestänge auf Axels Anhänger und machten uns auf den Weg zur Pfahljochbrücke bei Neckarhausen. Dort richteten wir uns zunächst etwas ein, wir hatten wieder einmal ordentlich Trappergedöns dabei.DSCF1153 Nach und nach trafen dann Eckhard, Charly, Sabine, Holger aus München, Thomas, Theo und Paul, die in Horb auf dem Campingplatz übernachtet hatten ein. Wir waren ein ganz nettes Grüppchen, aber noch gut überschaubar. Nachdem alle umgezogen waren legten wir los und versuchten uns gleich an dem kleinen Schwall, direkt oberhalb der Brücke. Eine kleine Kiesbank teilte den Fluss, der orographisch rechte Arm war relativ seicht, lief aber dafür recht gerade, der Linke, kräftigere Arm lief etwas schräg auf eine kleine Prallwand zu. Beide Routen hatten ihre Tücken, während man rechts eine Chance hatte aufzusitzen und nicht mehr weg zu kommen, hatte man auf der anderen Seite die thumb_P1140978_1024Möglichkeit sich in einem kleinen Kehrwasser im oberen Teil des Schwalls auszuruhen, hatte dafür dort aber auch das Problem schlecht wieder weg zukommen. Die jenigen, denen das für den Einstieg zu tricky war, wateten hinauf und probierten sich am nächsten Schwall, der gleich hinter einer Biegung auftauchte. Hier war es offener, der Fluss nicht geteilt und das Gefälle für den Anfang nicht zu stark. Hier tritzte ich Sabine, bis sie insgesamt vier mal hinauf gestakt war, um sie dann damit zu belohnen mit ihr hinunter zum ersten Schwall zu fahren und dort mit ihr weiter zu üben. Bevor wir dann Mittagspause machten, gaben wir unserem Drang für groben Unfug nach und versuchten uns im Tandempoling. Um das ernsthaft zu betreiben braucht man jedoch ein etwas ausgewachseneres Boot. Immerhin sind wir nicht reingefallen, das ist ja mal ein Anfang. 🙂

Zu Mittag gab es Paprikaeintopf mit Hackfleisch thumb_P1140968_1024und eine Kürbissuppe, jeweils aus dem Dutchoven, dazu wurden Würstchen gegrillt und zum Nachtisch gab es mitgebrachte Kuchen, Kekse und kandierte Haselnüsse. Also Alles in Allem ging es uns nicht schlecht. Nach der Pause versuchte ich mich zunächst mit dem kleinen Holzboot. Ich kam die ersten beiden Schwälle zwar hinauf, musste mir aber wieder einmal eingestehen, dass der „Juni“ nicht so das geeignete Polingboot ist. Durch seinen relativ runden Boden hat er etwas zu viel Tiefgang und die Gefahr des Aufsitzens ist recht hoch und dann schwimmt er beim Beschleunigen mit der Stange irgendwie schnell auf und verliert den Schwung. Mein großes Holzboot ist da besser, aber das habe ich ja zu Zeit nicht zur Hand.

So wechselte ich nach diesem Versuch wieder zum Prospektor um dann mit allen zusammen den Weg hinauf nach Fischingen in Angriff zu nehmen. Mittlerweile schien die Sonne und es wurde allen ordentlich warm. Die Strecke ist ca. 3 km lang. In einer langgezogenen Linkskurve befindet sich der schönste Teil, zumindest für mich. Die Schwallstrecke ist ca. 150 Meter lang, es liegen ein Paar größere Steine drin, so dass man die Chance hat immer wieder ein Kehrwasser zu finden. Etwas weiter oben kommt erst ein sehr seichter Teil mit einigem Gefälle und teils tückischen Steinen. Der vorletzte Schwall ist zwar tief genung, aber recht schmal und dadurch ist die Strömung natürlich entsprechend kräftig. Als wir diesen überwunden Hatten waren wir nur noch zu viert. Axel, der voraus fuhr, Paul in Schweizer Pontoniere-Manier, mit entsprechendem Stakpaddel, Eckes, der wie im letzten Jahr meine 4 Meter lange Eschenstange gewählt hatte und ich.

Für das letzte Stück hatte ich eine Aluminiumstange von Holger geliehen, der diese importiert und Handel damit treibt. Diese Stange ist etwas länger als meine Alu-Stange und nicht so klapprig, ausserdem ist sie auch noch etwas leichter. Das letzte Stück vor der Brücke in Fischingen hat es dann echt noch mal in sich. Letztes Jahr war ich hier nicht hinauf gekommen. Die letzten Fünf Meter sind echt blöd, genau dort wo man in einem Kehrwasser Parken und Schwung holen kann liegt ein Stein, der genau das verhindert. Paul wählte die andere Seite, wo zwar ein kleiner Felsriegel eine Stufe bildet, aber es gibt eine Lücke und die nutzt er. Ich kam auf meiner Seite auch hinauf, wie vor mir auch Axel. Eckes fuhr auch die Variante von Paul, legte jedoch noch eine kleine Show-Einlage ein, in dem ihm genau auf der Kante, die Stange entglitt, er sie aber blitzschnell aus dem Wasser fischte und seinen Weg fortsetzte. Wir hielten uns hier nicht lange auf und ließen uns hinunter zum vorletzten Schwall treiben, unterhalb dem die anderen warteten. Sabine konnte es dann doch nicht lassen und versuchte sich an dem kräftigen Schwall. Unter allgemeinen Ratschlägen und Anfeuerungsrufen gelang es ihr und sie war zurecht stolz wie Bolle.

Auch Charly und Thomas hatten als Einsteiger eine gute Figur gemacht und ich wurde in meiner Meinung bestätigt, dass beim Poling die Lernkurve recht steil beginnt. Mit schon leicht schwindendem Sonnenlicht machten wir uns auf den Rückweg. Axel war schon voraus gefahren um Kaffee zu kochen. Ich hatte immer noch die Alustange von Holger und konnte auch nicht umhin, eine solche zu erstehen, Charly und Sabine taten es mir gleich. Meine Eschenstange habe ich Eckes vermacht, es ist zu erwarten, dass wir das jetzt öfter mal machen. Für nächsten Herbst ist auch schon ein neues Treffen in Planung, vielleicht schaffen wir einen Gegenbesuch in der Schweiz.

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Hier der Link zu Axels Bericht, der wieder mal einen Tick schneller war als ich. 🙂

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