Nünchritz – Torgau

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie zweite Etappe mit einer Länge über 50 Kilometer stand heute an. Das Wetter war prächtig, die Sonne schien, aber nicht so heiß wie vor zwei Jahren auf der Donau. Es ging immer ein Leichter Wind, der für Kühlung sorgte. Um unsere doch ganz ansehnliche Tagesstrecke zu bewältigen verlegten wir die Mittagsrast stets auf Wasser. Lorenz drehte sich im Boot um, so dass er gut an den Küchensack herankam und richtete Brote oder sonstige Leckerlichkeiten. Ich schaltete einen Gang herunter und beschränkte mich auf Steuerschläge. So kamen wir trotz Mittagspause immer ein Stück voran. Der Schiffsverkehr hielt sich in Grenzen, es scheinen nicht mehr viele Lasten auf dem Wasser transportiert zu werden. Die Touristendampfer von Dresden fahren nur bis Disbar hinter Meißen und Kanu-Verleiher scheint es auf diesem Stück auch wenige zu geben. So waren wir meist ziemlich alleine, von der Elbe, den Tonnen, Schafen und ab und zu einer Gierfähre mal abgesehen. Ach ja, das wollte ich ja noch erklären, Gierfähren sind Seilfähren, die an einem betonnten Seil, in der Nähe des einen oder anderen Ufers, oder auch mal in der Flussmitte befestigt sind und hin und her gieren. OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Seil sollte tunlichst nicht überfahren werden und eigentlich darf man an diesen Fähren nur vorbeifahren, wenn sie an ihrem festen Liegeplatz liegen. Das hört sich dramatischer an, als es ist. Vor diesen Fähren steht immer ein Schild und zwar auf der Seite auf der der feste Liegeplatz ist. Kommt man dann auf eine Fähre zu, die noch unterwegs ist, lässt man sich treiben oder steuert im schlimmsten Fall ein Kehrwasser hinter einer Buhne an und wartet eben bis sie die Seite gewechselt hat. Am Nachmittag erreichten wir Torgau und checkten beim Bootshauswart des Kanuclubs ein. Der Zeltplatz dort ist recht begrenzt und es waren auch noch andere Kanuten und Radfahrer dort abgestiegen. Wir machten ein paar Besorgungen und einen Stadtbummel. Mich zog es in die Wintergrüne, eine Gasse mit einem alten Renaissancepalast. Hier hatte ich während des Studiums mal eine Woche gehaust. Im Rahmen eines Bauaufnahme-Seminars war ich dort mit 70 weiteren Studenten und einem Prof untergebracht. In drei Tagen hatten wir das Haus, welches einen herrlichen Innenhof besitzt aufgemessen und durften dann den Rest der Woche Exkursionen nach Dresden, Dessau und Weimar unternehmen. Eigentlich war dies nur eine vorbereitende Arbeit gewesen, den eine Andere Gruppe Studenten bearbeiteten das Projekt dann weiter, einer der Entwürfe für eine neue Nutzung sollte dann umgesetzt werden. Ich war gespannt. Als wir um die Ecke kamen erkannte ich das Gebäude sofort wieder. Nicht nur, weil es so markant ist, nein auch deswegen, weil es sich in 20 Jahren kein Bisschen verändert hatte. Halt doch, es hing ein Schild daran welches um Spenden und Investoren warb.IMG_0846

 

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