Poling und Lining

Angestachelt durch einen Poling-Lehrfilm von Harry Rock, den ich mir diese Woche angesehen habe, bin ich heute stehend in Richtung oberen Blockwurf aufgebrochen. Eigentlich ist der Wasserstand auf dem Neckar zu hoch, bzw. wenn man in der Mitte unterwegs ist, ist die Stange zu kurz, aber ich kam dennoch besser voran als ich dachte.

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Ich war auch deutlich schneller oben als letzte Woche mit dem Paddel. Immer wieder machte ich in den Kehrwässern Pause und probierte dort die im Film gezeigten Gleichgewichtsübungen, wie zum Beispiel das Stehen auf einem Bein, während das Boot gekantet wird. Die untere kleine Stufe vor dem ersten Blockwurf kam ich dann auch ohne nennenswerte Probleme hinauf, ein kleiner Fortschritt. Davon gibt es natürlich keine Fotos, denn so cool, dass ich mich dabei selbst fotografiere bin ich natürlich (noch) nicht. 😉

Den ersten Blockwurf wollte ich weder umtragen, noch, wie vor ein paar Wochen, das Boot über die Steine schiebend hinauf waten, sondern ich wollte meine neuen Treidelleinen ausprobieren. Diese bestehen aus einem Paar ca. 7 Meter langen Schwimmleinen und einem Paar Reepschnüre, die mittig eine Schlaufe haben. Damit kann ich dafür sorgen, dass die Treidelleinen nicht oben am Süllrand befestigt sind, sondern unter dem Boot. Das sorgt dafür, dass das Boot in starker Strömung nicht umgekippt werden kann. Diese Methode wird oft gezeigt, ich hatte bisher entweder den Wurfsack oder Bug- und Heckleinen verwendet um zu treideln. Die Leinen an Bug und Heck habe ich allerdings eher kurz gehalten, da sie sich bei einem „Schwimmer“ möglichst nicht verheddern sollen. Und die Leinen sind an den Griffen an Bug und Heck befestig, also oben. Ich habe die Technik mit den Extra Treidelleinen unter anderem bei Ray Goodwin gesehen und ein Line & Track Pack bei EndlesRiver. Das Pack sieht sehr professionell aus, aber ich mache ja gerne mal was selbst.

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Bei dieser einfachen Lösung kommt mir wieder einmal sehr die offene Konstruktion des Süllrandes entgegen, ich kann die kurzen Leinen an jeder beliebigen und sinnvollen Stelle des Bootes befestigen. Auch die Befestigung selbst ist denkbar einfach, zwei mal um den Innenweger, einmal überkreuz, das ergibt einen Mastwurf. Zur Sicherheit habe ich die Leinen in der Mitte noch verbunden, das wäre aber glaube ich, nicht notwendig gewesen.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAAls beide Leinen befestigt waren schob ich das Boot in die Strömung. Ich stand nicht ganz am Ufer, sondern am Rand der rauen Rampe, auf und zwischen den überspülten Steinen. Bei so einer Aktion sollte man natürlich aufpassen wohin man tritt, schnell rutscht man ab und poltert dann zwischen die Steine. Da ist ein Fussgelenk schnell gestaucht. Aber man muss natürlich auch nach dem Boot sehen, den richtigen Winkel des Bootes in der Strömung mittels Anziehen oder Nachlassen der Leinen justieren. Eigentlich ist das Treideln nichts anderes als eine Seilfähre aus der Distanz. Die Strecke, die zu überwinden ist ist nicht weit und eigentlich kann man das Boot auch gut das Stück tragen, aber als Übungsstrecke eignet sich die Blockwurfschnelle allemal. OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Oben angekommen löste ich die Leinen wieder und setzte meine Fahrt in Richtung oberem Blockwurf fort. Hier macht sich der höhere Wasserstand bemerkbar und ich benutzte eine Weile das Paddel, zum Staken war es mir doch zu tief. Aber als ich an der kleinen Schwelle unterhalb des Blockwurfes ankam, nahm ich wieder die Stange zur Hand. Ich versuchte mich erst in der Strömung zu halten und den Bug zu kontrollieren. Dann testete ich ob ich die Schwelle überwinden konnte. Es war aber zu viel Druck für mich und ich kam immer nur bis kurz über die Kante. Bei dieser Gelegenheit bin ich ja vor einiger Zeit schon in den Bach gefallen. Meine Bekleidung hätte das heute auch zugelassen, ich hatte aber keinen Bedarf zu baden. Ich übte dann in dem Schwall noch ein Bisschen das Traversieren und das Ein- und Ausfahren ins Kehrwasser, im Stehen mit der Stange. OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Als ich davon genug hatte, machte ich mich auf den Rückweg, ich fuhr alles im Stehen, nur den unteren Blockwurf nicht, da setzte ich mich kurz und nahm das Paddel. Beim Wehrkanal schaute ich nach der Dicke des Eises und als ich am Bootshaus ankam, traf ich Axel und Rolf, die sich gerade für eine Neckarinselrunde mit Teekochen bereit machten.

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