Sehr spontan, sehr schön ..

Wie verabredet trafen wir uns um 8.00 Uhr am Bootshaus und luden die Boote auf. Roland hatte bereits vier Kajaks auf seinem Dach. Bei ihm fuhren Julia und Hannah mit, ausserdem wollten sie unterwegs noch Christian einsammeln. Bei René wurden die drei Kanadier aufgeladen, Axel fuhr bei René mit, ich fuhr den Hinweg alleine. Wir verabredeten eine Kaffee- und Pinkelpause auf der Raststätte Hegau. k-P1040620Nach rund zweieinhalb Stunden kamen wir schliesslich in Schwarzenbach an, besichtigten den Brückenschwall und die davor liegende Ausstiegstelle, zogen uns um und fuhren mit zwei Autos weiter nach Bütschwil. Die Thur hatte so viel Wasser, dass es gut möglich war die Strecke von Bütschwil aus zu fahren, was nicht immer möglich ist. Der erste Teil der Strecke, von dort bis nach Lütisburg ist etwas einfacher aber sehr von einem guten Wasserstand abhängig. Es wir so gegen 12.00 Uhr gewesen sein, als wir dann aufs Wasser kamen. Leider Hatte ich meinen Fotoapparat im Auto liegen gelassen 🙁 , daher gibt es vom ersten Tag nur Bilder die ich bei Axel geklaut habe. k-P1040671Das Schöne an der Thur zwischen Bütschwil und Schwarzenbach ist, es fängt sehr sachte an, es gibt aber auch auf dem ersten etwas leichteren Stück genügend Stellen um Kehrwässer anzufahren und kleinere Steingärten, durch die man sich seinen Weg suchen kann, ohne ständig Gefahr zu laufen vor einem Stein hängen zu bleiben. Einen vernünftigen Pegel vorausgesetzt. Unserer lag bei ca. 25 m3/s (Pegel Jonschwil). Ich kam mit dem ME gut zurecht, er hat einen leichten Rundboden und das mag ich sehr. Wobei ich mich erst an die Sitzposition auf dem Sattelsitz gewöhnen musste, das ist doch sehr anders als in einem mit Bänkchen ausgestatteten Boot, auf dem man mal etwas die Position verändern kann.

Ich hatte befürchtet, unter Rückenschmerzen zu leiden, aber die Bewegungen in der Hüfte taten mir gut und ich hatte im Boot keine Beschwerden, wobei ich mich als doch etwas Eingeschränkt in meiner Bewegung vorkam. k-P1040690Bei der Mündung des Neckers trafen wir auf eine große Gruppe Kanadierfahrer, die dort auf einer Kiesbank rasteten.  Das Wetter war zunächst sehr sonnig, aber es ging ein kühler Wind. Nach und nach trübte es sich etwas ein und ab und zu fröstelte ich sogar etwas. Gegen später kam die Sonne jedoch wieder und es wurde uns ordentlich eingeheizt. Nach rund 2 Stunden erreichten wir die Holzbrücke von Lütisburg. Noch ein kleiner Steingarten mit etwas Gefälle und wir erreichten das ruhige Stück, das das Wehr von Bazenheid, das einzige auf der Strecke. Der Ausstieg ist rechts, eine schmale steile Treppe bei einer Einmündung eines rechteckigen Kanalrohrs. Diese Ausstiegstelle ist vor allem für Kajakfahrer alles andere als komfortabel und ich frage mich, warum bei der sehr aufwändig durchgeführten k-P1040736Umbaumaßnahme des Wehrs, keine bessere Möglichkeit geschaffen werden konnte.  Am Geld alleine kann es nicht gelegen haben. Nach dem Wehr kamen bald wieder Gefällestrecken durchsetzt mit kleineren und größeren Steinbrocken,  Surfwellen und jede Menge Kehrwässer. Die Schwierigkeiten nahmen leicht zu, waren aber überschaubar.  In den Aussenkurven präsentierten sich mächtige Nagelflu-Felswände, die vielen ins Wasser gestürzten Felsbrocken waren jedoch nicht besonders Vertrauen erweckend. Beim sogenannten Märchengarten einem ordentlichen Schwall versuchten wir uns alle darin die Welle zu erwischen um auf ihr zu surfen, es gelang aber kaum, da zu viel Geschwindigkeit herrschte. k-P1040786Etwa einen Kilometer nach dem Märchengarten kommt der Indianer, ein kleiner Katarakt, der die schwierigste Stelle auf unserer Fahrt war. Wir stiegen davor aus um zu besichtigen und zu beratschlagen wie wir die Stelle am besten fahren wollten. Mitten im Stromzug pulsierte eine beachtliche Walze, ich konnte mich nicht erinnern sie schon einmal so gesehen zu haben. Es gab die Möglichkeit rechts auf eine Stromzunge zufahren um dann haarscharf an der fetten Walze vorbei zu kommen. Es gab aber auch die Möglichkeit links zu fahren um die Walze rechts liegen zu lassen. Natürlich gab es auch die Möglichkeit voll in der Mitte durch zufahren, diese Möglichkeit schloss ich für mich aus. 🙂 Es gab noch eine weitere Route. Kurz vor der eigentlichen Stelle teilt sich die k-P1040807Thur auf und es gibt den sogenannten Chickenrun. Diese Route habe ich schon mal gewählt, als ich vor Jahren mit dem kleinen Holzboot gefahren bin. Man kommt auf dieser Strecke um die dicke Walze herum und streift eine Weitere nur am Rande. So kam ich unbeschadet und ohne nennenswert Wasser auf zu nehmen durch. Roland fuhr zwei mal, ein mal mitten durch und das zweite mal zusammen mit Julia am Rand, ähnlich wie ich. Axel fuhr zwei oder dreimal, er war gar nicht zu bremsen. 🙂

k-P1040817Nach dem Indianer ist es nicht mehr all zu weit. Es kommt noch eine schwallige Abfahrt in einer Rechtskurve und dann folgt noch eine ca. 80 cm hohe Stufe, die in der Mitte oder in der Nähe des Linken Ufers gefahren werden kann. Ich fuhr links, und das Boot blieb relativ trocken, die Anderen fuhren in der Mitte wo ein ordentliches Loch auf sie wartete. Danach ging es noch ein paar hundert Meter und der Ausstieg tauchte auf. Nach dem die Boote alle hoch geschleppt waren zogen wir uns rasch um und ich brachte Roland und René zu ihren Autos an der Einstiegstelle. Wir hatten eigentlich vor gehabt auf dem Campingplatz bei Gütighausen zu übernachten, das wäre zwar sehr idyllisch gewesen, hätte aber eine längere Autofahrt zur Folge gehabt. Ausserdem überlegten wir auch nicht wir bei der neulich abgesagten Thur-Tour am zweiten Tag auf der unteren Thur zu paddeln. Sondern evtl. den guten Wasserstand zu nutzen um evtl auf Sitter, Necker oder nochmal die Obere Thur zu fahren. Daher wollten wir uns auf die suche nach einem Campingplatz in der Nähe zu machen. In der Nähe wo wir waren viel mir kein Campingplatz ein und auch die die mein Navigationsgrät ausspuckt waren weiter weg. Aber ich hatte mich bei Freunden in Bichwil zu einem Kurzbesuch angekündigt und dort fuhr ich hin, nach dem ich René und Roland abgeladen hatte.

k-P1040846Ich hatte mich morgens per Mail bei ihnen angekündigt und Katrin war gerade am Brotbacken, als ich ankam. Meine Mail hatte sie gerade gelesen gehabt. Andi und die Kinder wussten noch von gar nichts und so war die Überraschung groß. Meine Überraschung war noch größer, als ich auf die Frage nach einem Campingplatz die Antwort bekam, der Rasen sei frisch gemäht und wir herzlich willkommen. Das nenne ich Spontanität. Ich fuhr also zurück zu den Anderen die gerade fertig damit waren die Boote auf zuladen und zusammen machten  wir uns auf den Weg nach Bichwil. Sechs Kilometer, näher hätten wir es nicht haben können. k-P1040853Dort wurden wir bereits erwartet, es wurden Wäscheständer in der Nachbarschaft ausgeliehen, der Wohnwagen zur Verfügung gestellt, ein Feuer in der Feuerschale entfacht und diverse alkoholische und nichtalkoholisch Getränke wurden gereicht. Wir kochten Nudeln in Pfadi-Töpfen und es wurde ein sehr unterhaltsamer und lustiger Abend. Dafür noch einmal meinen herzlichen Dank an alle Beteiligten. 🙂