Sonnenscheint(h)ur

k-P1040864Die Nacht war zwar kurz, aber sehr erholsam. Nach dem Frühstück verliessen uns unsere Gastgeber, sie waren zu einer Radtour verabredet und mussten erst noch zum Bahnhof um ein Stück mit dem Zug zu fahren. Zwei Erwachsen, vier Kinder, sechs Fahrräder, in Schweizer Bahnen kein Problem. Wir brachen bald nach ihnen auf. Der Ablauf war der selbe wie gestern, mein Auto an der Ausstiegstelle abstellen und dann zum Einstieg, der diesmal aber nicht Bütschwil hieß sondern Lütisburg. Das Wetter war herrlich, blauer Himmel, kein Wölkchen.
Die Pegel der Sitter und des Neckers waren nicht ausreichend und ich weiß auch nicht ob ich wirklich scharf darauf gewesen wäre den Necker zu befahren. Der Pegel der Thur war zwar auch ein Stück gefallen, aber mit 20 m3 immer noch gut.
OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuf dem Stück nach der Brücke von Lütisburg musste man sich seine Route schon gut suchen, aber ich musste hier auch schon aussteigen und laufen. Davon waren wir weit entfernt. Wie schon Tags zuvor wurde fleissig gespielt und geübt, bei einer Surfwelle hielten wir uns geraume Zeit auf. Dort machten wir praktischer Weise auch Mittagspause. Wir vesperten in Schichten, irgendjemand hockte immer in der Welle. Man hätte zwecks alberner Fotos sogar surfend sein Wurstbrot essen können, aber diese Idee kam mir erst gerade. Oberhalb dieser ziemlich idealen Welle war eine Zweite Welle, beziehungsweise eine kleine Walze. Auch hier versuchte ich mein Glück, hatte aber keines. Doch irgendwie schon. Es gelang mir nämlich nicht das Boot senkrecht zur Welle auszurichten sondern surfte nur quer musste ordentlich Stützen, bekam das Boot abgefüllt und konnte mich nur durch einen beherzten Ziehschlag offside heraus manövrieren. Bilder gibt es von dieser Situation keine, Axel hatte mich zwar fotografiert wie ich in die Welle hineinfuhr, dann aber offenbar den Foto weggelegt und ob meiner Schräglage lieber zum Wurfsack gegriffen. Der war aber nicht notwendig. 🙂 Aber viellicht ist es auch gut, dass es keine Bilder davon gibt, ich habe sicher keine besonders gute Figur gemacht. Hier eine Auswahl von Bildern von coolen Surfern.

Im Märchengarten-Schwall versuchten wir, wieder erfolglos die Welle zu erwischen und hielten uns nicht all zu lange auf.

Den folgenden Indianer schauten wir uns wieder an, er erschien uns  nicht weniger wild als gestern. Axel fuhr vor, zu erst rechts der Stromzunge und vorbei an der Walze.

Ich fuhr diesmal nicht den linken Arm, wählte jedoch die harmlosere Route links vorbei an der Walze. Das Boot wurde ordentlich geflutet, aber nicht so, dass ich es nicht mehr ins Kehrwasser schaffte.

Axel fuhr dann ein weiteres Mal, ein mal im ME und noch ein drittes mal im kleinen Gelben. Während wir uns dort aufhielten kamen vier einheimische Kajakfahrerinnen und Kajakfahrer an diese Stelle und turnten dort munter durch die Wellen und Walzen, trugen unablässig ihre Boote nach oben um noch weitere Male hinunter zu sausen. Es schien uns als ob sie diese Stelle sehr genau kennen – Standortvorteil. Wobei im offenen Kanadier könnte man diesen auch nicht voll ausnutzen, das Wasser kommt trotzdem ins Boot. Naja, Kajakfahrer dürfen auch mal im Vorteil sein. 🙂

Von Renés Abfahrt habe ich leider keine Bilde, er fuhr direkt vor mir. Aber von den Kajakern haben Axel und ich noch noch Bilder gemacht.

k-P1040986Der Rest der Geschichte ist bald erzählt, es kamen nach dem Indianer noch die schwallige Rechtskurve und der Abfall kurz vor dem Ausstieg, den wir diesmal alle mittig fuhren. Meinen ME hat es dabei ziemlich abgefüllt. Kurz vor dem Absturz begegneten wir wieder der Kanadiergruppe vom Vortag, sie hatten gerade ihre Rast beendet und starteten gerade als wir an ihrer Kiesbank vorbei trieben. Vermutlich hatten sie unterwegs biwakiert, auch eine schöne Variante. Wir beeilten uns dann am Ausstieg etwas, damit wir den Platz gleich für sie freimachten. k-P1050007Nach dem Umziehen fuhr ich dann René und Roland zum Einstieg und als wir zurück kamen montierte ich noch meinen Dachträger, jetzt musste ja nicht mehr alles bei René aufs Dach. Auf dem Rückweg nach Tübingen fuhr Axel bei mir mit, als Ausgleich zur Hinfahrt musste jetzt René alleine Fahren. Wir fuhren in der Schweiz nicht über die Autobahn und konnten so den kurzen Blick auf den Untersee genießen, als wir oberhalb von Tägerwielen aus dem Wald kamen. Gegen 18.00 Uhr waren wir am Bootshaus in Tübingen, versorgten die Boote und fuhren nach Hause.
Auf Axels Paddelblog gibt es auch einen Bericht über unser Paddelwochenende. Teilweise verwenden wir unterschiedliche Ortsbezeichnungen, meinen aber das gleiche. 🙂