Tieffliegende Golfbälle

k-P1050082Heute Nachmittag bin ich mit Axel zum Golfplatz bei Sulzau gefahren. Wir parkten auf dem Parkplatz der Golfer und zogen uns dort auch um. Nein wir hatten keine Golfausrüstung dabei. Wir zogen uns unsere Neoprenkleidung an und setzten die Wildwasserhelme auf. Das ist dort auf dem Neckar auch kein Fehler, wegen der Golfbälle die dort teils von links nach rechts oder umgekehrt geschlagen werden. Wir machten uns auf den Weg hinauf zum verfallenen Wehr unterhalb der Weitenburg. Die Strecke eigenet sich hervorragend zum Polingtraining. Die Strömung ist kräftig, aber es gibt keine unfairen Stellen. k-P1050092Insgesamt ist die Strecke ca. zwei Kilometer lang und es gibt ungefähr fünf bis sechs kleine Schwälle unterschiedlichster Schwierigkeiten. Ich kam ganz gut zurecht, mal stakte ich vor, mal Axel und wir fotografierten uns gegenseitig. Als wir unser Ziel das verfallene Wehr und die davor liegende Schwallstück erreichten nahmen die Schwierigkeiten natürlich zu. Bis ca. 50 Meter unterhalb des ehemaligen Wehres kam ich ohne nennenswerte Probleme voran. Ich setzte dann an das letzte Stück, das mit dem meisten Gefälle, in Angriff zu nehmen. Mir gelang es jedoch nicht das Boot in der Strömung richtig auszurichten und es versetzte mich stark auf die Linke Seite, dort hin wo der Schwall am kräftigsten ist. Dort gibt es auch ein kleines Kehrwasser. Mein erster Gedanke war, in dieses k-P1050106Kehrwasser zu fahren. Mein zweiter Gedanke war, das sei eine blöde Idee, wie solle ich dort wieder weg kommen. Unterhalb des Kehrwassers ist ein Gebüsch, unter das das Wasser strömt. Genau dort hin wurde ich getrieben, während ich überlegte. Dann ging es ganz schnell und ich lag im Bach, unter dem Boot. Das Boot hatte ich gleich wieder im Griff und auch festen Boden unter den Füssen. Die Polingstange war weg. Ich suchte sie im Wasser unterhalb der Stelle, an der ich gekentert war, aber Axel, der mittlerweile die andere Seite des Flusses erreicht hatte fand sie im Gebüsch. Danach setzte Axel an, die Schwallstrecke hinauf zu staken und er schaffte es bin unterhalb der ehemaligen Wehrkrone. k-P1050108Dort stecken nur noch ein paar abgebrochen Pfähle im Boden und dort hatte sich ein Baum quergelegt. Er verengte die Durchfahrt für die von oben kommenden Boote. Mein zweiter Versuch war glücklicher, ich schaffte es das Boot auszurichten und kam in etwa an der gleichen Stelle raus, wie Axel. Wir stiegen aus, schoben die Boote das letzte Stück und beschlossen, den Baum zu entfernen. Das taten wir nicht nur deswegen weil er die Durchfahrt verengte und vor allem für die Leihbootfahrer, die auf dieser Strecke oft unterwegs sind, eine unnötige Gefahr darstellte, sondern weil wir Spass daran hatten. Zu erst versuchten wir den Baum durch ziehen und drücken zu bewegen, gaben diese Technik OLYMPUS DIGITAL CAMERAallerdings schnell auf und Axel holte seine Säge. Als der Baum dann in drei größere Teile zerlegt war machte er sich dann auf den Weg Neckar abwärts. Gerade als wir fertig waren, kamen die Teilnehmer einer für heute ausgeschriebenen GOC Ausfahrt um die Ecke. Unter ihnen Eckhard von den Paddelfreunden, Stefan und Angela, mit denen wir ja im Winter öfter unterwegs waren. Wir berichteten kurz von unseren selbstlosen Aktion 🙂 , fuhren mit ihnen zusammen den Schwall hinunter um uns dann zu verabschieden und noch mal hinauf zu staken. Diesmal stakten wir auf die Linke Seite hinüber, vorbei an dem kleinen Kehrwasser um ein noch weiter oben liegendes Kehrwasser zu erreichen. Dort packte ich meine Treidelleine aus und und überwand das letzte Stück diese nutzend. k-P1050125Eigentlich ist das bei dieser Stelle nicht notwendig, man kann sein Boot watend einfach hinauf schieben, aber darum geht es ja nicht. 🙂 Axel fuhr während ich oben meine Leinenkram wieder einpackte noch ein mal hinunter. Ich blieb oben um zu fotografieren. Als er unten umgedreht hatte setzte er gerade an um wieder herauf zu polen, als er urplötzlich ins straucheln kam und rückwärts aus dem Boot fiel. Er war aber sofort wieder auf den Beinen und wieder im Boot. Er hatte auch nicht den Fehler gemacht, wie ich zuvor, seine Stange los zulassen. Ich hatte den Eindruck dass er mit jemandem am Ufer kommunizierte, konnte aber nicht erkennen mit wem. Er stakte dann anschließend den kompletten Schwall hinauf, was mich wiederum sehr beeindruckte.

Für ihn war dies, genau wie die Aktion von gestern Abend ein Novum, für mich wird es vorerst ein Fernziel bleiben. Die vier Leihboot-Fahrer, die mir mittlerweile oberhalb des Wehres Gesellschaft leisteten waren auch sichtlich beeindruckt. Axel berichtete, gerade als er unten angesetzt hatte, wurde er von einem Golfer angeschnauzt, er solle sich vom Acker machen. Diese Unverfrorenheit brache ihn schließlich aus dem Gleichgewicht und es kam zu der Kenterung die ich besehe hatte. Was den Golfer wohl geritten hatte? Wir beschlossen danach, dass wir nun ausreichend sportlich aktiv waren und liessen uns gemächlich zum Parkplatz zurück treiben. Unterwegs sahen wir unseren Baum wieder, er hatte sich an einem Stein am rechten Ufer verhakt. Dort liegt er weniger im Weg, als im verfallenen Wehr. Unter der Brücke in Sulzau k-P1050144versuchten wir uns noch ein paar Minuten im Surfen, ich zu erst sitzend, dann im Stehen. Wieder zurück auf dem Parkplatz zogen wir uns unter den Blicken der vorbeikommenden Golfern, immer schön grüßend um, luden die Boote auf und gegen kurz nach fünf waren wir wieder in Tübingen. Eine gelungene Samstag-Nachmittag-Beschäftigung.

Hier noch die Möglichkeit den Nachmittag auf Axels PADDELBLOG nach zu verfolgen.
Ach ja, einen Golfball habe ich auch gefunden, eigentlich wollte ich ihn fotografieren, aber Lorenz kam gerade an meinem Schreibtisch vorbei und hat ihn abtransportiert.

Share on Google+Share on FacebookTweet about this on TwitterEmail this to someone