Unterwegs in der Kleingruppe

Entgegen der letzten Ausfahrten auf dem Neckar, waren wir heute nur zu fünft unterwegs. Aus Tübingen waren Axel, Eckhard und ich, ausser uns waren noch Angela und Stefan angereist. Wir hatten uns in Horb verabredet, trafen uns auf dem großen Parkplatz an der Ausstiegstelle. Dort liessen wir zwei Autos zurück und fuhren gemeinsam nach Sulz. Der Pegel war entgegen der Vorhersage unter 80 cm, das reichte aber aus. Stefan und Eckhard fuhren im Tandem, in Eckhards Prospector. Das zulässige Gesamtgewicht, war gerade nicht überschritten. 🙂

Edit: Ich wurde von Stefan darauf hingewiesen, dass der 15´Prospector eine Zuladung von 400 kg hat. Die beiden haben aber zusammen nur eine viertel Tonne auf die Waage gebracht. Ausserdem, wenn ich mir die Bilder so ansehe, da ist noch jede Menge Freibord.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAngela hatte ihren Black Forest Angel zu Hause gelassen und sich von Eckhard seinen Prodigy ausgeliehen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAAxel fuhr im ME und ich im Royalex Prospector. Ich hatte nicht nur das Paddel, sondern auch meine Aluminium-Polingstange dabei und hoffte der niedrige Wasserstand würde mir die eine oder andere Übungsstelle bescheren. Meine Hoffnungen wurden erfüllt und so stakte ich bald die eine oder andere kleine Schnelle hinunter. Im Fachjargon heißt das Snubbing, im Gegensatz zum flussaufwärts ausgeübten Poling. Das Snubbing fiel mir viel leichter, als ich zunächst gedacht hatte. Auch das Einfahren ins Kehrwasser gelang mir, Dank der Übungsstunden vom letzten Wochenende. Ich fühlte mich mehr und mehr sicher. Als ich dann beim rückwärts Einfahren in ein kleines Kehrwasser nicht aufpasste, stieß ich mit dem Heck gegen das Ufer und kippte hinten über. k-P102049-1Ich landete auf dem Hintern, nicht im Wasser sondern zwischen meinem Sitz, vor dem ich Stand und dem Auftriebskörper. Der Auftriebskörper federte meinen Sturz ab, so dass ich mir nichts tat. Axel bedauerte, dass er seine Kamera gerade wieder eingepackt hatte. Er konnte mich aber noch in meiner gechillten Landposition ablichten. Das Wehr in Fischingen war nur knapp überspült und eine Befahrung kam nicht in Frage. Axel umtrug, in dem er sein Boot hinter sich her zog. Ich hatte den Plan das Boot das Wehr hinunter zu treideln und stieg ganz recht auf der Wehrkrone aus. Ganz rechts schien die Schräge trocken zu sein. Als ich doch einen Fuss darauf setzte merkte ich dass sie recht schmierig und glitschig war. Ich hatte keine Lust auf den Hintern zu fallen, so weich wie zuvor auf dem Auftriebskörper würde die Landung nicht werden. Axel stand bereits im Unterwasser und so liess ich das Boot hinunterrutschen, Axel nahm es in Empfang. Angela  hatte ihr Boot auch an der Leine und machte den gleichen Versuch wie ich, jedoch ohne zuvor  zu testen ob die Schräge rutschig war. Sie schlitterte die Schräge hinunter, die Bootsleine in der Hand. Unten angekommen machte sie einen kleinen Hüpfer ins Unterwasser, perfekt. Eckhard tat es mir mit seinem Boot nach, als es unten war machte er einen Satz auf die Schräge und fuhr sie wie auf Skiern hinunter. Ich war so perplex, dass ich den Foto nicht schnell genug aus der Tasche bekam, nur seine Landung im Unterwasser konnte ich festhalten und seine Schleifspuren. OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERA OLYMPUS DIGITAL CAMERABei der historischen Holzbrücke machten wir wie schon am 6.Januar Mittagsrast. Nach dem wir unser Proviant verputzt hatten machten wir allerhand alberne Fotos. Bevor wir unsere Fahrt fortsetzten übten wir noch im kleinen Schwall vor der Brücke Seilfähren und Kehrwasserfahren.  Auf der folgenden Strecke ist der Neckar recht lebhaft und wir hatten jede Menge Kehrwasser zum Anfahren. OLYMPUS DIGITAL CAMERABald kamen wir nach Dettingen und kurz darauf erreichten wir die beiden Sohlschwellen, die als gefährlich beschrieben sind und anlässlich der Dreikönigsfahrt zu einer längeren Diskussion im Kanu-Forum geführt haben.* Axel fuhr vor, und stieg unterhalb der ersten Sohlschwelle aus, um zu sichern und zu fotografieren. Ich fuhr als Zweiter und drehte mich danach um, hielt mich unterhalb der Schwelle in der Strömung und fotografierte ebenfalls. k-P1020544Die Befahrung der Schwelle stellte für niemanden ein Problem dar, der Rücklauf war zwar vorhanden, aber nicht so ausgeprägt, dass er ein Boot abstoppen konnte. Auch Eckhard und Stefan kamen auf ihre Kosten und liehen sich danach meinen Bootsschwamm. Hier ein Bild von den Beiden in der ersten Stufe.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Und hier in der Zweiten.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Nach Dettingen kommen nur noch ein oder zwei Schwallstrecken und die Kehrwässer werden auch weniger. Kurz vor Horb kommt der Neckar zum Stillstand und bis zum Wehr mussten wir dann tapfer paddeln. Da heute Samstag war, konnten wir den Parkplatz beim Aldi nicht nutzen und hatten die Autos an der eigentlichen Einstiegstelle für die Fahrt nach Bieringen stehen gelassen. Daher mussten wir jetzt das Wehr in Horb umtragen und hatten dann noch ca. 500 Meter bis zum Ausstieg. Diese Strecke führt durch das ehemalige Gelände der Landesgartenschau und bietet eine Menge kleiner Kehrwasser die durch den Einbau von Buhnen entstanden. Beim Wiedereinstieg nach dem Wehr tauschten Angela und Stefan die Boote. Angela und Eckhard bildeten jetzt das Tandem und Stefan fuhr mit dem Prodigy. Mittlerweile hatte der angekündigte Regen eingesetzt und es war dann auch ok, dass unsere Fahrt zu Ende war. Wir zogen uns um, und Angela fuhr Eckhard und mich nach Sulz, wo wir unsere Autos holten. Wieder zurück wurden die Boote verladen und wir machten einen Spaziergang durch den Regen und Horb um in einem Kaffee mit herrlichem Blich auf das Neckartal diverse Heißgetränke und Kuchen zu uns zu nehmen. Mit einbrechender Dunkelheit waren wir dann wieder zurück auf dem Parkplatz, verabschiedeten uns bis nächsten Sonntag und zogen unserer Wege.17307562xj-1Auf Axels Paddelblog gibt es einen weiteren Bericht und noch mehr Bilder

*Auch hier noch mal der Hinweis, dass vor dem Befahren der Sohlschwellen gewarnt wird. Je nach Wasserstand kann sich ein gefährlicher Rücklauf bilden, aus dem man sich nach einer möglichen Kenterung schwimmend nicht mehr alleine befreien kann. Sicherheitsausrüstung und Kenntnisse der Anwendung dieser helfen, aber das Wichtigste ist der Verstand.

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