Es gibt kein schlechtes Wetter

Eigentlich war für die Fahrt ja schönstes Herbstwetter geplant. Als wir am Morgen in Tübingen am Bootshaus losfuhren sah es auch eigentlich ganz vielversprechend aus. Je näher wir jedoch unserem Einsatzpunkt an der Enz kamen, desto mehr regnete es. Also angesagt war das schon, Nieselregen hatte es geheißen. Nieselregen ist doof, das wollen wir nicht, hatte Rolf noch auf der Hinfahrt im Auto zu mir gesagt. Es war dann ja auch kein Nieselregen.

k-P1000445Es schüttete wie aus Kübeln, als wir die Boote abluden. Unsere Fahrt war eine Vereinsausfahrt meiner beiden Vereine, also den Paddelfreunden aus Tübingen und dem Kanu-Club Konstanz. Die Konstanzer waren schon tags zuvor angereist und wir ich hatte mit Wolfgang und Elisabeth eine Runde um die Neckarinsel gedreht. Albin und Beatrix hatten den sonnigen Tag zu einem Stadtbummel genutzt. Aber heute wollten die beiden eigentlich nicht mal aus dem Auto steigen, geschweige denn ins Boot sitzen. Sie beschlossen unverrichteter Dinge den Rückweg anzutreten. Von den Tübingern hatten auch einige abgesagt, so dass wir in einer Gruppe bestehend aus acht Kanuten, drei Konstanzern und acht Tübingern, unterwegs waren. Wie das passt nicht? Moment, ich habe mich natürlich bei beiden mitgezählt, und Elisabeth natürlich auch, sie wohnt auch in Tübingen und arbeitet in Konstanz und ist dort im Verein. Kompliziert… Egal. Also, ein Tandem-Kanadier, vier Solo-Kanadier und zwei Kajaks. Ich hatte zwar die Paddeljacke angezogen, aber die Paddelhose in Erwartung von Nieselregen zu Hause gelassen, so dass ich nach ca. 10 Minuten relativ nass war. Ich hatte im Gegensatz zu Axel, wenigstens eine schnelltrocknende Hose an, er fuhr in Jeans.
Irgendwie wollen wir noch nicht wahr haben, dass der Sommer endgültig vorbei ist. Die Stimmung war jedoch prächtig, die Gruppe harmonierte sehr. Die teilweise nicht optimalen Aus- und Einstiegstellen an den Wehren konnten alle gut bewältigen und hielten uns nicht sonderlich auf. Die Mühlhausener Schleife umtrugen wir, auf halbem Weg machten wir eine Pause ohne Regen, dafür aber mit Grill- und Kaffeefeuer. Nach dem wir uns gestärkt hatten und unsere Hosen am Feuer einigermaßen getrocknet hatten zogen wir weiter.

k-P1000473Erst mit den Bootswägen, bis auf Rolf, der sein Boot wie sich das für einen Kanadierfahrer auch gehört trug und dann auf der Enz weiter Richtung Vahingen. Manchmal hatte man mittlerweile den Eindruck die Sonne käme bald heraus, ein zwei mal habe ich sie auch hinter den Wolken gesehen. Die Stimmung mit dem farbigen Herbstlaub und dem aufsteigenden Nebel war jedenfalls beeindruckend. Am vierten Wehr überlegte ich kurz die Rampe runter zu rutschen, aber nach dem ich gesehen hatte wie Klemens gefahren war, beschloss ich zu umtragen. Nach dem ich wieder eingestiegen war knippste ich ein wenig mit dem Foto herum, wollte ihn eigentlich schon einpacken und kam noch einmal an den Auslöser, das Ergebnis ist folgende Impression. OLYMPUS DIGITAL CAMERAVahingen war dann bald erreicht, die Boote schnell verladen. Für einen gemeinsamen Kaffee konnte sich niemand mehr so recht begeistern, den Einen steckte die Kälte und die Feuchtigkeit in den Knochen, den Anderen lag der lange Nachhauseweg auf dem Magen.
Wolfgang nahm Elisabeths Boot mit zurück nach Konstanz, Elisabeth fuhr mit Rolf und mir zurück nach Tübingen. Klemens, Anita und Birte fuhren gleich voraus, Axel überholte uns auf dem Weg zur Autobahn. Als wir am Bootshaus ankamen war er schon zu Hause, hoffentlich wieder trocken.

 

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