Geleitfahrt

Trotz des ungemütlichen Wetter startete Axel am Samstag zu einer Neckar-Tour von Sulz nach Tübingen. Er übernachtete in seiner Hängematte unweit des Wehrs von Börstingen.  Es war seine alternative Tour, für die ausgefallene bzw. abgesagte Fahrt an die Thur, die wir ursprünglich angezettelt hatten.OLYMPUS DIGITAL CAMERAAnke brachte Leonhard und mich morgens dort hin und wir begleiteten ihn auf dem zweiten Teil seiner Fahrt. Wir waren für neun Uhr verabredet, waren aber schon eine halbe Stunde früher da – Axel auch. 🙂 Nach dem er sein Übernachtungsgepäck in unser Auto verfrachtet hatte und wir uns von unserer Chauffeurin verabschiedet hatten machten wir uns auf den Weg nach Tübingen.

Axel berichtete von mehreren Auseinandersetzungen mit Schwänen und es dauerte nicht sehr lange und wir wurden auch in Revierkämpfe verwickelt. Allerdings trauen sich die Schwäne nicht so ganz an Kanadierfahrer heran, Kajakfahrer sind da eher die Opfer. OLYMPUS DIGITAL CAMERAObwohl es geregnet hatte war der Pegel schon wieder enorm gesunken und wir hatten öfter Grundberührung. Ausserdem waren wir ja im Tandemboot unterwegs und daher mehr Tiefgang. Wir hatten den Royalex-Prospektor gewählt, eine weise Entscheidung.  Nach der Passage des verfallenen Wehres, in der Nähe der Weitenburg und der Golfplatz-Strecke erreichten wir Bieringen, unserer Ausstiegstelle von vergangenen Touren auf Neckar und Starzel. Hier verließen wir mir bekannte Gewässer. Die Fahrt war flott und wir kamen bald an das Wehr in Bad Niedernau, welches wir links problemlos umtragen konnten. Auch der aufgeregte Schwan, der an der Wehrkrone hin und her patrouillierte hielt uns nicht wirklich auf.

k-P1040449Etwas aufwändiger zu umtragen war dann das erste Wehr in Rottenburg, weil erstens die Tragestrecke weiter und der Höhenunterschied größer war. Die Einstiegstelle, eine aus groben Steinblöcken zusammengefügte Treppe war zwar steil, aber sehr gut zu begehen. Von dieser strapaziösen Aktion erholten wir uns in einem Kaffee am Neckarufer. Wir hielten es jedoch nicht lange aus, da die Beschallung durch Blasmusik etwas lästig war. Wir schlenderten noch kurz über die Kunstmeile und setzten unsere Fahrt in Richtung zweites Wehr in Rottenburg fort. Wir stiegen erst auf der Linken Seite aus, da wir hofften dort eine alternative Umtragemöglichkeit zu finden. Letzten Endes blieb uns aber nichts Anderes übrig, als auf die rechte Seite überzusetzen und über das Geländes des Kraftwerkes zu umtragen.

k-P1040462Kurz bevor wir wieder eingestiegen sind sagte ich noch zu Leonhard: “pass auf, es ist arschglatt hier!“ Schon saß ich auf dem selbigen. Es tat ziemlich weh und ich wurde ordentlich zusammen gestaucht. Beim anschließenden Paddeln und auch beim Umtragen der weiteren Hindernisse merkte ich nicht viel, aber das kam dann schon noch. Die Strecke zwischen dem Rottenburger und dem kiebinger Wehr gleicht einem langezogenen See, das Seefeeling wurde auch noch durch leichten Gegenwind unterstützt. Axel hatte das Überwinden des Kiebinger Kraftwerks als das garstigste auf unserer Strecke angekündigt und ich war schon auf einiges gefasst. Die Ausstiegstelle war zwar etwas aufgeweicht, aber der matschige Teil war ziemlich verkrautet und wenn man nicht zu lange auf einer Stelle stand, sank man auch nicht weiter ein. Das Aussteigen war also besser als erwartet. Die Tragestrecke war in Ordnung, wir hatten uns so aufgeteilt, dass Leonhard den Rucksack und die Paddel nahm und ich das Boot. Der Einstief war beschwerlicher, die Böschung sehr steil und ohne Treppe. k-P1040478Ein gutes Stück weit konnte ich mit dem Boot auf den Schultern laufen, die letzten Meter ließ ich es aber dann über die bemoosten Steine hinunter rutschen. Das Risiko eines weiteren Sturzes auf den Hintern war mir dann doch zu groß. Nach dem Einstieg war ich wieder auf bekanntem Gewässer, bis hier hin war ich mit Lorenz vor ein paar Wochen schon vorgedrungen. Das Stück bis zum Wehr von Hirschau gleicht ebenfalls einem See, wir beobachteten Wasseramseln und einen Eisvogel, den wir sogar mit Beute im Schnabel sahen, aber leider nicht fotografieren konnten. Beim Hirschauer Wehr trafen wir René, mit dem wir plauderten. Er war mit dem Fahrrad unterwegs. Wir nutzten die Pause auch um etwas von unserem mitgeschleppten Proviant zu Essen, so kurz vor dem Ende der Tour war das schon nötig. Die Portagen des Wehres und des nachfolgenden Blockwurfes waren umspektakulär und eigentlich Routine. Den Blockwurf oberhalb des Kraftwerkkanals fuhren Axel und ich hinunter, Leonhard musste Laufen :).

k-P1040509Gegen 14.00 Uhr erreichten wir das Bootshaus, Axel telefonierte mit Ruth, die uns abholte. Wir wurden dann bis vor die Haustüre gefahren. Super Service!