Straubing – Niederalteich

Morgens sprach ich kurz mit einem Zeltnachbarn, der auch mit dem Boot unterwegs war. Er war schon fast auf dem Sprung und ich fragte ihn kurz nach den Verhältnissen auf unserem heutigen Streckenabschnitt. Er sagte, die Strömung sei gut und er hätte es nicht eilig, würde in Deggendorf bei einem Biergarten gleich hinter der Eisenbahnbrücke einkehren. Wir kamen ca. eine Stunde nach ihm los und er hatte uns nicht zu viel versprochen. Man merkte der Donau an, dass wir heute keinen Stau auf unserer Strecke hatten. Kurz vor uns startenden noch zwei weitere Camper vom Straubinger Kanu-Club, in einem Schlauchkanadier. Sie fuhren dicht unter Land, so dass wir sie bald ein- und überholten. Wir sahen sie nicht wieder.

Wir waren nicht die einzigen auf dem Wasser… Seit wir das Stadtgebiet von Straubing verlassen hatten begleitete uns das stetige Brummen der Motorboote. Auch Gruppen von Kanufahrern und vor allem jede Menge mit Bierkästen ausgestattet Schlauchboote waren unterwegs.
Nach ein paar Kilometern trafen wir unseren Zeltnachbarn vom Morgen wieder. Er saß an einem Kiesstrand und machte Pause. Wir beschlossen ebenfalls eine kurze Rast einzulegen. Nachbar Udo machte sich bald jedoch schon wieder auf den Weg. Wir würden ihn bestimmt noch mal treffen.
Die Strömung war flott und gegen Mittag hatten wir Deggendorf erreicht. Hinter der Eisenbrücke fanden wir an einem Kiesstrand ein rotes Kajak, das wir kannten. Im Schatten im Biergarten trafen wir Udo und gesellten uns zu ihm. Wir tauschten uns über unsere Reisepläne aus und Udo machte den Vorschlag, ein gemeinsames Nachtquartier auf einer Kiesbank zu suchen. Gesagt getan… aber das war gar nicht so einfach! Am Feiertag (Maria Himmelfahrt, ja klar, deswegen der Rummel auf dem Bach) waren wir nicht die einzigen, die unterwegs waren. Viele waren zum Baden, Angeln und Picknicken an die Ufer der Donau gekommen. Bald nach Deggendorf, bei Flusskilometer 2281,7 mündete die Isar in die Donau und sorgte für einen etwas besseren Wasserstand.
Gegen 17.00 Uhr fanden wir unsere Kiesbank. Ein idyllisches Plätzchen auf einer Buhne, fast eine Insel. Das Kiesufer recht steil, mit kurzem Weg, um Zelt und Boot vor Wellen in Sicherheit zu wissen.
Lorenz war ganz in seinem Element: Frösche und Fische im Altwasser und endlich Lagerfeuer!
Nach den vergangen recht lauten Nächten war es diesmal relativ ruhig, auch wenn die Autobahn ein paar Kilometer entfernt, die einsame Stimmung etwas trübte.

Regensburg-Straubing

Von Regensburg nach Straubing erwarteten uns wieder zwei Staustufen. Eigentlich sind es drei, die erste kam jedoch bereits einen Kilometer nach dem Start. Wir hatten uns die Bootsgasse ja schon angeschaut und beschlossen, sie trotz des niedrigen Wasserstandes zu nutzten. Zwar leuchtete das Signal, dass die Bootsgasse wegen Niedrigwasser ausser Betrieb sei, sie funktionierte jedoch einwandfrei. Vorbei am Dom, unter der Steinernen Brücke durch und Regensburg lag hinter uns.
Bald tauchte nach einer Kurve ein Antiker Tempel auf. Die Walhalla, eine Ruhmeshalle, einem griechischen Tempel nachempfunden, erbaut von Ludwig I. von Bayern. Zur Zeit wird sie restauriert.
Die Staustufe in Geißling erforderte eine richtige Portage: Weder Bootsgasse, noch Sportbootschleuse mit Selbstbedienung. Wir mussten raus aus dem Wasser und das Boot samt Inhalt ca. 500 Meter weit karren. Dabei waren die Rampen an der Ein- und Ausstiegstelle leider nicht so angelegt, dass wir das beladene Boot auf den Wagen hätten laden können. Also alles Gepäck wieder raus, Boot auf Bootswagen, Gepäck wieder rein, umsetzten, Gepäck wieder raus, Boot ins Wasser, Gepäck wieder rein. Eine echte Plackerei.
Der Nachmittag wurde sehr lang und sehr heiß. Auf den 56 Kilometern dieser Etappe hatten wir noch zwei Stauseen zu durchfahren. Wir waren rund 10 Stunden unterwegs. Die Sonne stand schon sehr tief und wir hatten unser Ziel noch nicht erreicht. Die Belohnung zum Schluss, die Bootsgasse von Straubing, konnten wir gut gebrauchen. Gleich rechts danach in die „Stadtschleife“ von Straubing. Mit dieser Staustufe wurde die Donau wieder etwas abgekürzt, der Altarm zum Glück jedoch nicht komplett abgeschnitten. Bootswanderer dürfen hier noch fahren. Die Ausstiegstelle beim Kanu-Club forderte uns dann noch ein letztes Mal für diesen Tag. Die steile Treppe über den Hochwasserdamm zwang uns, sowohl das Boot als auch das Gepäck zum Zeltplatz zu schleppen.

Die Nacht war laut, ein Volksfest mit allen üblichen Randerscheinungen, wie lauter Musik, Gegröhle und späten Heimkehrern konnte uns jedoch nicht vom Schlafen abhalten.

Ruhetag in Regensburg

Für unseren Ruhetag kauften wir uns eine Tageskarte für den Bus und machten uns auf, unsere Vorräte aufzufüllen. Beim Einsteigen in den Bus fragte Lorenz noch, wieso Tageskarte, ich will nicht den ganzen Tag Bus fahren…
Vor allem frisches Gemüse und Salat wollten wir besorgen. Ausserdem wollten wir uns auf die Suche nach einem Ausrüsterladen machen, um die verloren gegangene Isomatte zu ersetzten. In einem riesigen Einkaufszentrum fanden wir einen Laden mit der Tatze, der aber keine Isomatten sondern nur Klamotten mit der Tatze anbot. Wir wurden an ein zweites Geschäft in der Innenstadt verwiesen. Dort sagte man uns, wir sollen im neu eröffneten Laden im Einkaufszentrum (aus dem wir gerade kamen) fragen, die hätten das bestimmt. Naja, so kann man seinen wohlverdienten Ruhetag natürlich auch verbringen. Wir beschlossen, unsere Fahrt könne auch ohne eine zweite Isomatte weitergehen und gaben auf.
Postkarten hatten wir schon am Vorabend gekauft und geschrieben, die brachten wir zur Post. Dort kamen wir auf die Idee, überflüssige Sachen, wie Lorenz drittes und viertes Paar Schuhe sowie sonstigen unnützen Kram4, der sich ins Gepäck geschlichen hatte, nach Hause zu schicken. Also besorgten wir uns einen Karton, fuhren mit unserer Tageskarte wieder zum Zeltplatz, packten das Paket. Lorenz hatte beschlossen, Bierdeckel zu sammeln sei ein guter Zeitvertreib für diese Reise. Bereits an diesem Tag konnte er den ersten Stapel im Paket nach Hause schicken!
Wir fuhren ein zweites Mal zur Post. Auf dem Rückweg hatten wir keine rechte Lust, die richtige Haltestelle für den Bus zu suchen und so passierte es, dass wir bald im nächstbesten Bus saßen. Dieser hatte zwar die richtige Nummer, fuhr jedoch in die falsche Richtung. Kurz und gut, wir machten eine Stadtrundfahrt. Als wir endlich wieder am Zeltplatz waren, sagte Lorenz: „Hatte ich nicht heute Morgen gesagt, ich will nicht den ganzen Tag Bus fahren?“

Herrensaal-Regensburg

Tag 3, nur 26 Kilometer. Wir kamen morgens flott weg, hatten wieder mit Gegenwind und Stauseen zu kämpfen, kamen aber gut in Regensburg an. Etwas ärgerlich war, dass an der ersten Staustufe in Abbach, zwar eine Bootsgasse vorhanden war, diese aber wegen Niedrigwasser nicht benutzt werden konnte. Also hieß es wieder, das ganze Boot ausladen, umkarren, einladen und weiter. Bei der häufigen Umtragerei machte es sich bezahlt, dass wir nur vier große Gepäckstücke hatten. Einen großen Packsack mit Schlafsäcken, Isomatten und Zelt, einen Kleidersack, einen mit diversen Ausrüstungsgegenständen und den schwersten, den Küchensack. Mittagsrast machten wir in der Nähe einer Seilfähre an einem kleinen Sandstrand.
Leider ließen wir bei unserem Aufbruch dort eine unsere Isomatten liegen. Zum Glück hatten wir diese nicht ausschliesslich zum Schlafen mit genommen, sondern nutzten dafür unsere Luftmatratzen. Die Isomatten dienten uns als zusätzliche Unterlage bei sehr unebenem Boden, als Picknickdeckenersatz und auch um im Boot zu knieen. Glücklicherweise hatten wir auch Kniematten aus Neopren mitgenommen. Diese sind rutschhemmend und angenehm bei Hitze. Also war das ganze kein all zu großer Verlust, aber trotzdem ärgerlich.
Wir checkten am frühen Nachmittag im Campingplatz in Regensburg ein. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wuschen wir Wäsche und machten uns dann auf Besichtigungstour in die Stadt. Auf unserem Weg schauten wir uns die Bootsgasse der Staustufe Regensburg an. Wir erkundeten die Stadt, da es Sonntag war, konnten wir nicht einkaufen, aber das hatten wir uns ja für den nächsten Tag, unseren ersten Ruhetag vorgenommen. Zur Feier des Tages gingen wir Pommes essen.Entspannung

 

Ingolstadt-Herrensaal

Am Morgen waren die Strapazen des Vortags vergessen und wir schafften es, die Zeit vom Aufstehen bis zum Start auf dem Wasser auf zwei Stunden zu begrenzen. Eine satte Leistung, fanden wir. Nach 11 Kilometern kamen wir zum Kraftwerk Vohburg, wieder mit Selbstbedienungsschleuse. Meist steht bei diesen Schleusen das untere Tor offen. Also muss dies immer erst geschlossen und die Schleusenkammer gefüllt werden. Das funktioniert auf Knopfdruck. Wenn die Schleuse gefüllt ist, öffnet sich das obere Tor und man kann in die Schleuse einfahren. Lorenz machte immer das Tor hinter mir zu und ließ das Wasser ab. Er musste dann nur noch warten bis ich ganz unten war, sich das untere Tor wieder öffnen ließ und er unterhalb der Schleuse wieder ins Boot springen konnte. Wenn man zu zweit unterwegs ist, geht das ganz gut, aber allein? Klar es gibt diese lange glitschige Leiter, über die man in die Schleuse hinunter klettern kann … vielen Dank. Als ich diese Strecke vor 23 Jahren schon ein mal befahren habe, hatte ich in Ulm Kanuten getroffen und wir sind die Strecke bis Ingolstadt gemeinsam gefahren, so dass mir das auch damals erspart blieb.

DonaudurchbruchHeute stand ein Highlight auf dem Programm, der Donaudurchbruch von Weltenburg. Die Donau wird von den Felsen auf eine enge Durchfahrt zusammen gedrängt. Mitten in der Schlucht liegt ein herrlicher Kiesstrand mit dem Kloster Weltenburg, eine Touristenattraktion. Ab hier wird die Donau auch von Schiffen befahren. In relativ hoher Frequenz werden Leute von Kehlheim aus mit Passagierschiffen zur Besichtigung heran gefahren. Wenn sich Berg- und Talfahrer begegnen, können sich ganz erhebliche Wellen bilden. Wir blieben jedoch trocken und hatten unseren Spaß.
Bald nach dem Donaudurchbruch erreichten wir Kehlheim, der erste größere Hafen der Donau. Von nun an begegneten wir mehrmals am Tag Fracht- oder Personenschiffen. Wir befürchteten, dass uns diese lästig werden könnten, doch waren es letzlich die Motorboote mit ihren kurzen Wellen, die oft rücksichtslos nahe und auch noch heftig winkend an uns vorbei kurvten. Wir ignorierten sie so gut es ging.
Diese Tagesetappe betrug 47 km, eine ordentliche Steigerung zum Vortag. Unser Ziel Herrensaal erreichten wir am späten Nachmittag. Zeltmöglichkeiten direkt am Wasser waren auf diesem Teilstück nicht gerade üppig vorhanden, daher hatten wir uns einen Campingplatz auf einem Bauernhof ausgeguckt. Das wiederum bedeutete allerdings, dass wir unser Boot samt Gepäck durch das halbe Dorf karren mussten.
Abends spielte ein Alleinunterhalter auf, im Hof des Zeltplatzes wurde ein Grillfest veranstaltet. Wir hatten noch genug vom Rummel des Vorabends und verkrochen uns bald ins Zelt.

Neuburg-Ingolstadt

Geweckt wurden wir von Sonnenschein, das Zelt war kaum feucht, es schien ein warmer Tag zu werden. Unsere erste Etappe sollte uns nach Ingolstadt bringen. 22 km, zwei Staustufen mit Schleusen zum selbst bedienen. Nicht zu viel für den ersten Tag.

Der Morgen hatte nicht zu viel versprochen, es wurde ein sehr warmer Tag. Wir ahnten an diesem Tag noch nicht, was die nächsten beiden Wochen an Herausforderungen wartete. Die ersten paar Kilometer strömte die Donau noch ganz munter, bald machte sich jedoch die erste Staustufe bemerkbar. Wir fuhren auf einem großen Stausee. Leichter Gegenwind kühlte uns zwar etwas ab, machte aber das Vorankommen nicht gerade einfacher. Bei Donaukilometer 2469,9 erreichten wir die Staustufe von Bergheim. Nach der ersten Schleuse, die Lorenz vorbildlich bediente, wiederholte sich das Spiel bis zur zweiten Schleuse kurz vor Ingolstadt.
Es schienen wenig Flussreisende unterwegs zu sein, denn an jeder Umsetzanlage fanden sich in kurzer Zeit Schaulustige ein. Den Rest der Strecke bis zum Faltbootclub Ingolstadt, wo unser Nachtquartier sein sollte, schob uns die Donau sachte voran. An der Rampe am Ausstieg musste erst mal alles Gepäck aus dem Boot, das leere Boot auf den Bootswagen, das Gepäck wieder rein und ab durch den Auwald, ca. 200 m bis zum Ingolstädter Vereinsgelände.

Das Abendprogramm sah zunächst nichts Besonderes vor: Lager aufbauen, Kochen, Essen, Lesen … aber es kam anders. An diesem Abend wurde das Ingolstädter Donaufest eröffnet, Böllerschützen, Fischerstechen, Bratwürste, Zuckerwatte. Also kurz geduscht und schon waren wir zu Fuss auf dem Weg in die Innenstadt und zur Donaulände.
Wer die Lage des Zeltplatzes kennt, weiß dass es etwa vier Kilometer bis in die Innenstadt sind. Inklusive kleinem Stadtrundgang und Rückweg macht das … Ja, es wurde spät an diesem Abend. Gekocht hatten wir auch noch nichts. Müde wie wir waren, liessen wir auch noch die Spaghetti anbrennen.

Donaufahrt von Neuburg nach Tulln

Am Anfang jeder Tour steht ein Plan…

… unserer sah vor im August 2012 die Donau zu befahren:  515 km von Neuburg, oberhalb Ingolstadt, bis Tulln bei Wien. Geplant hatten wir, Lorenz (12) und Matthias (45), 11 Paddeltage unterbrochen von drei Ruhetagen. Unser Boot „September“, ein Holz-Canvas-Kanadier, 18 Fuss, sprich 5,5 m lang, sollte alles Gepäck gut aufnehmen können und auf den Strecken mit wenig Strömung ein gutes Vorankommen ermöglichen.

So ließen wir uns am 9. August 2012 von Anke und Jolanda, mit dem Versprechen uns gut zwei Wochen später in Österreich wieder aufzulesen, in Neuburg an der Donau absetzen.

Nachdem wir unser Zelt aufgestellt und unser Gepäck etwas sortiert hatten, gingen wir erst ein mal in die Stadt, um all das einzukaufen, was wir in der Hektik des Aufbruchs vergessen hatten. Wieder zurück, drehten wir mit leerem Boot eine Runde um die Donauinsel bei Neuburg. So leicht würde es die nächsten Tage nicht zu bewegen sein.

Wir vertrieben uns die Zeit am Ufer der Donau. In der Zwischenzeit waren neben etlichen Radfahrergruppen auch noch zwei weitere Flussreisende mit dem Faltboot angekommen. Sie waren seit ein paar Tagen unterwegs. Deren heutige Etappe, mit zwei langen Strecken ohne nennenswerte Strömung, hatte ihnen einiges abverlangt. Sie beschlossen die Fahrt in Neubug zu beenden.

Nach Kochen und Abendessen gab es noch eine gegenseitige Vorleserunde aus Harry Potter Band 1, den wir als einziges Buch auf unsere Reise mitgenommen hatten.Neuburg

Pont du Gard

Die Pfingstferien in Südfrankreich nutzten wir für Fahrten auf dem Gard und dem Verdon. Da wir nur Tagesfahrten machten und uns die Autoumsetzerei zu lästig war, fuhren jeweils eine Strecke Fluss auf und eine Fluss ab. Beim Gard ging das nicht ohne Treideln und Waten. Das Wasser des Verdons war so kalt, da wäre das nur unter Schmerzen möglich gewesen, zum Glück war es dort tief genug.

Allerheiligen auf dem Hochrhein

Die Nacht war nicht so kalt wie die letzte, dafür ist es etwas feucht am Morgen. Der Nebel hängt noch über dem Rhein als wir aufs Wasser kommen. Wir haben den Fluss ganz für uns alleine und lassen uns treiben. Moment, ganz alleine sind wir nicht. Zwei Eisvögel am Ufer. Wir lassen uns weiter treiben, sie nehmen kaum Notiz von uns und lassen sich fotografieren.
Das Wehr in Reckingen ist bald überwunden, diesmal mit dem eigenen Bootswagen.

Nach Kaddelburg erreichen wir den Koblenzer Laufen, eine Schwallstrecke über den ganzen Fluss, ca 500 m lang. Wir fahren ganz rechts an den Felsen entlang. Bei diesem Wasserstand müssen wir fast laufen. Viel zu schnell erreichen wir danach Waldshut unser Ziel für diese Indian Summer Tour.

Der nächste Morgen war kalt, das Laub auf der Wiese war gefroren.
Langsam kam die Sonne durch den Nebel, schnell ein paar Fotos und dann nichts wie los. Der Tag würde lang werden. Eine Stunde bis Schaffhausen paddeln, dann raus aus dem Wasser und Boot samt Gepäck auf den Bootswagen. Dann eine Stunde laufen. Vorbei am immer stärker strömenden Rhein immer in Richtung Reinfall.

Hier dürfen wir nicht paddeln. Unterhalb des Rheinfalls die Einsatzstelle der Personenschiffahrt ist auch uns ganz nützlich. Wieder ca. nach einer Stunde ist das Stauwehr von Rheinau erreicht, wir haben Glück und werden gleich mit dem großen Bootswagen umgesetzt. Jedoch müssen wir uns sputen, denn um 13. Uhr ist Mittag und bis zum 1. Hilfswehr sind es noch knapp 15 Minuten. Zuspät, entweder Umtragen oder auch Mittagspause. Um 14.00 Uhr geht es dann weiter und auch beim 2. Hilfswehr geht es ganz flott. Vorbei an der Mündung der Thur und schon lässt die Strömung merklich nach. Das Kraftwerk von Eglisau macht sich bereits bemerkbar. Heute kommen wir vermutlich im Dunkeln in Hohentengen auf dem Campingplatz an. Ganz dunkel ist es noch nicht, aber es dämmert schon kräftig, als wir nach 46 km zu Boot und Fuss auf unserer Zeltwiese ankommen.

Hochrhein Indian Summer Tour

Im Spätherbst auf den Hochrhein, das hatte ich schon lange auf dem Plan. Über Allerheiligen sollte das Wetter schön werden. So machten Leonhard und ich uns auf, vom Bootshaus am Kanu-Club Konstanz in Richtung Schaffhausen.Der Wetterbericht hatte nicht zu viel versprochen.

Herrliches Spätsommerwetter, leichter Rückenwind. Die Färbung des Laubes war atemberaubend. Da der Campingplatz in Schaffhausen schon Ende August dicht macht, mussten wir wohl oder übel biwakieren.

Ein neues Boot soll her

Nach vielen Kanutouren, erst alleine im Kajak, dann zu zweit im Kanadier und mittlerweile zu viert, wurde es in unserem kleinen Faltkanadier langsam eng. Ich machte mich also auf die Suche nach einem familientauglichen Boot.
Zuerst ging die Überlegung Richtung größerem Faltboot, dann rückte eher ein Festboot in den Mittelpunkt des Interesses.
Ende der Achtziger hatte ich im Kanusport, der Verbandszeitschrift des DKV oft die Anzeige von Oldtown, die damals auch in Deutschland einen Holz und Canvas Kanadier im Vertrieb hatten, gesehen.

Diese kam mir wieder in den Sinn. Über die Suche im WWW kam ich über verschiedene amerikanische und Kanadische

Seiten zu den Seiten von deutschen Importeuren doch tatsächlich auf eine Seite einer kleinen Manufaktur in Potsdam. Diese hatte den Prospector, das legendäre Boot von Chestnut Canoe und ein Guide Kanu mit stattlichen 18 Fuss im Programm.
Das Guide Kanu hatte es mir gleich angetan und ich nahm Kontakt auf.
Micha von Holzstoff sagte mir eine voraussichtliche Bauzeit von drei Monaten voraus.
Um mir die Zeit zu verkürzen bekam ich dann irgendwann ein Bild vom halben Boot.

Im Dezember machte ich mich dann mit meinem Freund Andreas auf den Weg nach Potsdam und wir holten den ersten Wood-and-Canvas Kanadier nach Konstanz an den Kanu-Club.

Das Boot musste noch etwas warten bis es aufs Wasser durfte, denn der Filler und die Farbe mussten erst noch richtig trocken werden.
Aber einen Namen haben wir im gegeben. September.
Wie es dazu kam? Ursprünglich wollen wir Ihn Indian Summer nennen. Unsere Tochter Jolanda, damals vier, fragte was heisst denn das? Wir erklärten ihr, dass man die Zeit im September, wenn sich das Laub so schön verfärbt so genannt wird. Sie sagte: „Toll, im September habe ich Geburtstag!“ Somit stand der Name fest.