Und immer wieder die Donau

Eigentlich wollten Axel und ich heute auf die Lauchert. Die ist ab 15. März wieder gesperrt und wir wollten die Gelegenheit noch nutzen. Ausser uns fand diese Idee wohl niemand sehr attraktiv und es kristallisierte sich heraus, dass die Donau befahren werden sollte. Da es im Landkreis Sigmaringen einige Beschränkungen, Kontingentierungen und die Regelung mit den Befahrungsscheinen, die gekauft werden müssen gibt, hatten wir uns für einen Abschnitt entschieden, auf dem wir, so es und auch wirklich gelungen ist, diesen sehr unübersichtlichen Regularien ausweichen konnten. L1090870In der Nähe der Kreisgrenze des Landkreises Sigmaringen fuhren wir auf einem renaturierten Stück unterhalb der Heuneburg. Die Heuneburg ist eine rekonstruierte Keltischen Burganlage. Axel und ich hatten sie morgens, auf dem Weg nach Binzwangen erkundet und von dort auch Fotos auf die Donau hinunter gemacht. Die ehemals begradigte Donau mäandert dort wieder relativ frei. L1090833Es sieht alles noch etwas kahl aus, aber das wird sich in den nächsten Jahren noch ändern. Das letzte Mal, dass ich diesen Abschnitt der Donau befahren habe ist fast 25 Jahre her, das war auf meinem Weg im Juni 1989 Richtung Bulgarien. Damals floss die Donau hier stur gerade aus, ab und zu kam eine etwas seichtere Stelle aber das war es dann auch. Es hat sich einiges verändert seit her. Immer wieder sorgten kleinere spritzige Schwallstrecken und Kehrwässer für Abwechslung.  Bei Binzwangen wurde vor ein paar Jahren eine Sohlrampe gebaut, die nicht einfach aus einer schrägen Rampe, geschütteter Steinbrocken besteht, sondern dort ist ein richtiger kleiner Katarakt entstanden. In mehreren Stufen unterbrochen von etlichen Kehrwässern wird dort ein nicht unerhebliches Gefälle überwunden. L1090971Bei einem mittleren bis niedrigen Wasserstand muss man dort richtig von Kehrwasser zu Kehrwasser fahren. Beim heutigen etwas höheren Pegel hatte man etwas mehr Platz, es war aber auch mehr Wasserdruck vorhanden. Ich war diese Stelle noch nie gefahren und sah mir die Sache erst ein mal vom Ufer aus an. Links der Mitte erschien es mir am besten zu sein. Ich schaute dann noch dem einen oder anderen zu und begab mich dann wieder nach oben. Ich hatte mich darauf eingestellt, ordentlich Wasser über zunehmen. Ich traf meine ausgewählte Route ziemlich exakt und fuhr die ca. 100 Meter lange Strecke ohne Probleme hinunter. Wasser hatte ich so gut wie keines im Boot. Ich machte dann unten angekommen ein paar Fotos mit Gegenlicht, die aber nicht besonders gut geworden sind. Unterhalb der Stufen gibt es eine Stelle die eigentlich zum Wiedereinstieg gedacht ist. Wir nutzten sie als Ausstieg und machten erst einmal Vesperpause. Nachdem wir uns gestärkt hatten trugen wir die Boote wieder nach oben und fuhren noch mal.
Ich hatte nicht nur meine kleine wasserdichte Kamera mitgenommen, sondern auch meine Große in der Pelibox. Ich versuchte die Abfahrten der einzelnen gut abzulichten. Hier sind ein paar der bessern Exemplare. L1090945 L1090982 L1090932 L1090928 L1090878L1090885

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Genau gegenüber dieses Kataraktes hatte ich vor 25 Jahren mein erstes Mal übernachtet auf der Tour die Donau hinunter. Ich habe den Tag von damals noch gut in Erinnerung. Ich startete in Laiz und hatte jede Menge Wehre zu umtragen. Im Juni hat die Donau meist einen relativ niedrigen Wasserstand und die Strecken nach den Wehren waren oft nicht befahrbar. Ich war damals alleine mit dem Faltboot unterwegs und die Umtragerei war eine ganz schöne Plackerei gewesen. Ich habe mal in meinem Fotoarchiv gekramt und ein Bild rausgesucht, was das sehr deutlich macht. Das Boot war vollgestopft mit Gepäck, aber nicht wie ich das heute pflege in drei oder vier großen Packs, also relativ einfach zu umtragen, sondern in unzähligen kleineren Einheiten. Der Stauraum in einem Faltboot muss natürlich anders ausgenutzt werden, als im Kanadier.
Aber zurück in die Gegenwart, hier auch ein paar Bilder von meiner zweiten Abfahrt, aufgenommen von Klemens.
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2301_5498Nach dem dann einige die Stelle zum dritten Mal hinunter gefahren waren und Klemens, weil er aus einem Sidesurf nicht mehr heraus kam gekentert und die ganzen Stufen hinunter geschwommen war, brachen wir auf, um unsere Fahrt nach Riedlingen fortzusetzen. Nach ein paar Kurven gelangten wir zu einer elend langen Geraden, die nur alle paar hundert Meter von kleinen harmlosen Sohlschwellen unterbrochen war. Das Stück war ziemlich langweilig aber es schien die Sonne und irgendwann musste ja wieder eine Kurve kommen. Kurz vor unserem Ausstieg in Riedlingen veränderte sich die Strecke wieder. Auch hier wurden vor ein paar Jahren Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt, es ist schon alles wieder etwas zugewachsen. Unsere Ausstiegstelle lag sehr idyllisch zwischen mächtigen Eichen in einem parkähnlichen Streifen am Ortseingang von Rieslingen. Unter Begleitung von fasnächtlicher Musik, die der Wind aus der nahen Altstadt von einem Narrenumzug zu uns herüber trug, zogen wir uns um. Martin brachte uns Autofahrer zurück zum Startort, so dass wir die Autos zurückholen konnten. Das sonst obligatorische Kaffeetrinken fiel mangels Masse aus, die spätnachmittagliche Rückfahrt mit untergehender Sonne über die Schwäbische Alb war aber ein guter Trost, wären wir eingekehrt, hätten wir vermutlich bei Dunkelheit nach Hause fahren müssen. L1090989

Hier immer wieder gerne der Link zu Axels Paddelblog.