Viele Kähne, kreuz und quer

Heute fand in in Tübingen das traditionelle Stochekahnrennen statt. Dabei geht es darum, die Neckarinsel so schnell wie möglich zu umrunden. Die Mannschaften dürfen abgesehen vom Stocherer nur mit den Händen paddeln. Als besondere Schwierigkeit kommt dazu, dass die Kähne als durch das „Nadelöhr“ zwischen der Neckarbrücke und der Neckarinsel müssen und das zwei maOLYMPUS DIGITAL CAMERAl. Ich war lose mit Axel am Bootshaus verabredet, kam aber etwas zu spät. Als ich aufs Wasser kam erfolgte gerade der Start, unterhalb vom Bootshaus. Ich trödelte dann den letzten hinterher. Sie hatten einigermaßen Mühe Kurs zu halten. Immer wieder fuhren sie mit dem Bug rechts oder links in die Böschung, mussten dann erst wieder rückwärts um den Kahn wieder gerade auszurichten. Weiter vorne sah es nicht viel besser aus, ein heilloses durcheinander von Kähnen, Stangen und Menschen. OLYMPUS DIGITAL CAMERAMitten im Neckar steckte eine abgebrochene Stange. Die Zuschauer am Ufer und auf den Brücken waren begeistert ob der Kämpfe die sich dort geliefert wurden. Es war auch vermutlich eine Menge Alkohol im Spiel, als direkt vor mir ein Stocherer ohne ersichtlichen Grund hinten vom Kahn fiel. Seine Mitstreiter paddelten zunächst weiter ohne ihn zu beachten. Als sie merkten, dass er nicht nachkam fingen sie an ihn anzufeuern, er solle schneller Schwimmen. Schliesslich sprang ein weiterer in Wasser und versuchte zu helfen. Ich amüsierte mich königlich und überlies sie ihrem Schicksal. Ich mogelte mich an den hinteren Teilnehmern vorbei und umrundete die OLYMPUS DIGITAL CAMERAInsel. Unterhalb der Brücke sah ich Axels Prospector, jedoch saß er nicht selbst drin, er hatte ihn an seine Nichten verliehen. Ich traf auf den Kahn, dessen Stange ich offensichtlich zuvor im Fluss habe stecken sehen. Seine Insassen waren nur noch per Hand unterwegs. Sie pendelten von einer Seite zur anderen und ich hatte Mühe an ihnen vorbei zu kommen. Am oberen Ende der Insel war dann das Ziel. Von den Schnellsten hatte ich ja nichts gesehen, aber als ich mich durch die ganzen Kähne drängelte traf ich dann auch Axel, der mit Claudius und Martin im Zielbereich trieb. Ich ging längsseits und wir warteten eine Weile darauf, dass die Siegerehrung erfolgte. Besser gesagt warteten wir darauf, dass die Verlierer jeder einen halben Liter Lebertran austrinken würden, den das ist der Lohn für das letzte Team. Leider konnten wir diese Darbietung vom Wasser aus aber nicht verfolgen und so verkrümelten wir uns, während die k-P1050759Teilnehmer weiter hopfenhaltige Kaltgetränke zu sich nahmen.
Axel war etwas voraus gepaddelt und fotografierte mich kurz bevor ich am Anleger war. Passend zum heutigen Großereignis legte ich die letzten Meter im Stehen zurück. Aber mit den Händen habe ich nicht gepaddelt.